Wachschutz und Terminpflicht in Finsterwalde
Die Außenstelle der Kreisverwaltung in Finsterwalde öffnet mit Wachschutz und Terminpflicht, während das Jugendamt vorerst geschlossen bleibt
Nach einem schweren Brandanschlag im Jugendamt der Kreisverwaltung Elbe-Elster in Finsterwalde gelten in der Außenstelle der Behörde nun verschärfte Sicherheitsvorkehrungen. Während andere Ämter den Dienstbetrieb schrittweise wieder aufnehmen, bleibt das Jugendamt vorerst geschlossen. Der Landkreis hat den Einsatz von Wachpersonal sowie eine strikte Terminpflicht für Besucher angeordnet, um die Sicherheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu gewährleisten.
Die Außenstelle der Kreisverwaltung in der Kirchhainer Straße nimmt ab Dienstag den Betrieb wieder auf, allerdings nur unter strengen Auflagen. Das Gesundheitsamt sowie das Amt für Bauaufsicht, Umwelt und Denkmalschutz sind wieder für die Bürger erreichbar. In beiden Außenstellen – sowohl in Finsterwalde als auch am Standort Bad Liebenwerda – ist nun ein Sicherheitsdienst im Einsatz. Wer die Gebäude betreten möchte, muss einen vorherigen Termin vereinbaren; die Haupteingänge bleiben für den allgemeinen Publikumsverkehr gesperrt.
Jugendamt und Straßenverkehrsamt weiterhin geschlossen
Trotz der Wiedereröffnung anderer Abteilungen bleiben das Jugendamt und das Straßenverkehrsamt am Standort Finsterwalde „aufgrund technischer und organisatorischer Erfordernisse“ bis auf Weiteres nicht erreichbar. Diese Entscheidung folgt dem Angriff am vergangenen Donnerstag, bei dem eine Mitarbeiterin des Jugendamtes während der Sprechzeit von einem Besucher angegriffen wurde. Der Mann legte in dem Büro Feuer, was zu einer akuten Rauchgasvergiftung führte.
Bei dem Vorfall, der am 16. Juli 2026 eskalierte, sollen vier Personen ins Krankenhaus eingewiesen worden sein. Der Verdächtige, ein 35-jähriger Mann, wurde kurz nach dem Anschlag außerhalb des Gebäudes festgenommen. Die Staatsanwaltschaft Cottbus ermittelt nun wegen des Verdachts auf ein versuchtes Tötungsdelikt. Seit dem 17. Juli befindet sich der Mann in Untersuchungshaft.
Streit um Kindeswohl als Auslöser
Die genauen Beweggründe des Täters wurden von der Ermittlungsbehörde zunächst nicht öffentlich gemacht. Innenminister Jan Redmann (CDU) äußerte sich jedoch gegenüber dem RBB zur Lage. Demnach soll der Angriff im Zusammenhang mit einem Streit um eine angebliche Kindeswohlgefährdung gestanden haben. Redmann betonte die Gefährlichkeit des Täters und die Notwendigkeit, die Sicherheit der Kinder, die in dessen Obhut gewesen sein könnten, zu gewährleisten.
Die Spannungen rund um das Thema Kindeswohl sind in der Region kein neues Phänomen, doch die Eskalation zu einem Brandanschlag mit Gefahr für das Leben des Personals hat die Behörden zu sofortigem Handeln gezwungen. Die neuen Regeln mit Wachschutz und Terminvergabe sollen verhindern, dass sich ähnliche Vorfälle wiederholen und die Arbeit der Behörden weiter behindern. Bis die technischen und organisatorischen Vorkehrungen vollständig abgeschlossen sind, bleibt das Jugendamt in Finsterwalde für die Öffentlichkeit unzugänglich.