Universitätsklinikum Brandenburg startet Spendenaktion für interaktives Wartezimmer in der Kinderambulanz

Das Universitätsklinikum Brandenburg startet eine Spendenaktion für ein interaktives Wartezimmer in der Kinderambulanz, um kleinen Patienten den Arztbesuch zu erleichtern

Interaktives Wartezimmer für die Kleinsten: Uni-Klinikum startet Spendenaktion

Das Universitätsklinikum Brandenburg an der Havel (UKB) blickt auf eine stolze Geschichte zurück: Am 1. Juli 2026 feierte das Haus im Paulikloster seinen 125. Geburtstag. Der Anlass war der exakte Jahrestag der Fertigstellung des ersten Klinikgebäudes am Südhang des Marienbergs im Jahr 1901. Mehr als 130 Gäste aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und dem Gesundheitswesen waren zu diesem Festakt erschienen, um die Meilensteine der vergangenen Jahre zu würdigen und den Blick auf die Zukunft zu richten.

Geschäftsführerin Gabriele Wolter eröffnete den Abend und führte durch das Programm. Staatssekretärin Dr. Friederike Haase überbrachte die Grußworte des Landes Brandenburg. Sie ordnete die Gründung des Krankenhauses vor 125 Jahren in die regionale Gesundheitsgeschichte ein und hob die Bedeutung des UKB als Schwerpunktversorger für Westbrandenburg hervor. Das Haus sei über die Jahrzehnte mit den Anforderungen der Region gewachsen und erfülle diese Rolle heute in einem deutlich erweiterten medizinischen Leistungsspektrum.

Auch Oberbürgermeister Daniel Keip, der sein Amt erst im März 2026 angetreten hat, bekannte sich in seiner Rede klar zum städtischen Klinikum. Er würdigte die Arbeit von Gabriele Wolter und betonte, dass die Stadt Brandenburg an der Havel die Verantwortung für die Gesundheitsversorgung ihrer Bürger trage. Das UKB stehe beispielhaft dafür, wie diese Verantwortung mit Leben gefüllt werde – insbesondere durch die gemeinsame Weiterentwicklung mit der Medizinischen Hochschule Brandenburg Theodor Fontane (MHB). Seit der Aufnahme des Lehrbetriebs der MHB im Jahr 2015 hat sich das städtische Krankenhaus zu einem vollwertigen universitären Klinikum entwickelt.

Architektur und Geschichte im Wandel

Ein architektonischer Blick auf die Entwicklung des Hauses wurde von Edzard Schultz vom Architekturbüro Heinle, Wischer und Partner geworfen. Er skizzierte, wie sich die Anforderungen an den Krankenhausbau seit 1901 gewandelt haben: von einzelnen Stationsgebäuden hin zu komplexen, interdisziplinär vernetzten Strukturen. Schultz würdigte zugleich die architektonische Leistung der Erbauer des heutigen Hauses 1 sowie die sogenannte Magistrale. Dieser durchgehende unterirdische Verbindungsgang durch das gesamte Gelände gilt als eine der zentralen Planungsleistungen der vergangenen Jahrzehnte und verbindet die verschiedenen Gebäude effizient miteinander.

Ein emotionaler Höhepunkt des Abends war die Vorstellung der neuen Klinikums-Chronik durch Autorin Lucia J. von Seldeneck, die live aus dem Werk las. Das Buch erzählt die Geschichte des UKB in acht Kapiteln, von der Gründung 1901 bis zur Gegenwart. Es enthält zahlreiche Interviews mit Ärzten, Pflegekräften und Wegbegleitern des Hauses und bietet so einen einzigartigen Einblick in den Klinikalltag über mehr als ein Jahrhundert. Musikalisch begleitet wurde der feierliche Abend vom Jacaranda Ensemble der Brandenburger Symphoniker.

Wertschätzung für langjährige Mitarbeiter

Im Rahmen des Festakts wurden zudem Mitarbeiter geehrt, die dem UKB seit Jahrzehnten die Treue halten. Ausgezeichnet wurden Personen für Dienstzeiten von 40, 45, 46, 47, 48, 49 und bis zu 50 Jahren. Gabriele Wolter dankte den Jubilarinnen und Jubilaren persönlich und hob hervor, dass ihre langjährige Erfahrung und ihr Engagement das Klinikum über die Jahrzehnte mitgeprägt haben. Sie bezeichneten sie als das Rückgrat, auf dem die Entwicklung des Hauses bis heute aufbaut.

In ihrer Rede blickte Gabriele Wolter auf die 125 Jahre Klinikgeschichte zurück und richtete den Blick zugleich nach vorn: „125 Jahre Krankenhausgeschichte sind für mich vor allem eine Verpflichtung für die Zukunft. Wir haben in dieser Zeit gelernt, Medizin immer wieder neu zu denken, von den ersten Petroleumlampen bis zur Hochtechnologie von heute. Genau diese Haltung brauchen wir weiter, gerade wenn es um unsere jüngsten Patientinnen und Patienten geht. Wie wir sie auf ihrem Weg durch unser Haus begleiten, entscheidet mit darüber, wie sie Medizin für ihr ganzes Leben erleben.“

Spendenaktion für ein angstfreies Wartezimmer

Diese Haltung zeigt sich unmittelbar in der neuen Spendenaktion des UKB für ein interaktives Wartezimmer in der Kinderambulanz. Der Plan ist, die Wartezeit für die kleinen Patienten durch spielerische Elemente zu verkürzen und ihnen Ängste zu nehmen. Künftig sollen Kinder dort an einer leuchtenden Unterwasserwelt an der Decke und einem interaktiven Mitmach-Bildschirm die Zeit verbringen können, damit aus dem Arztbesuch weniger Angst und mehr Abenteuer wird.

Das Ziel der Spendenaktion sind 13.000 Euro, die für die technische Ausstattung und die Gestaltung des Raumes benötigt werden. Unterstützen können Interessierte die Aktion online über PayPal oder per Überweisung. Wer sich für die neue Chronik interessiert, kann diese ebenfalls über die offiziellen Kanäle des Klinikums beziehen.