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Universitätsklinikum Brandenburg eröffnet 12 Millionen‑Euro‑Herzzentrum mit drei Katheterlaboren und Hybrid‑OP

Das Universitätsklinikum Brandenburg eröffnet ein 12 Millionen‑Euro‑Herzzentrum mit drei Katheterlaboren und einem Hybrid‑OP, das die kardiovaskuläre Versorgung der Region stärkt

Am 1. Juli 2026 wurde im Rahmen des 125‑jährigen Jubiläums des Universitätsklinikums Brandenburg an der Havel (UKB) der neue An‑ und Erweiterungsbau am Haus 2 feierlich übergeben. Der Bau, der mit rund 12,2 Millionen Euro veranschlagt wurde, beherbergt drei hochmoderne Herzkatheterlabore und einen Hybrid‑Operationssaal, die die Versorgung von Patienten mit Herz‑ und Gefäßerkrankungen deutlich verbessern sollen.

Technische Ausstattung und Innovation

Die drei Katheterlabore entstehen aus zwei komplett neuen Messplätzen und einer umfassenden Modernisierung eines bestehenden Labors. Direkt darüber befindet sich der neue Hybrid‑OP, in dem Operationssaal und hochauflösende Bildgebung in einem Raum kombiniert werden. Die Ausstattung stammt aus einer zehnjährigen Technologiepartnerschaft mit Royal Philips, die 2022 beschlossen wurde. Kernstück ist die Philips Azurion‑Plattform, die präzise bildgestützte Eingriffe mit einer um bis zu 30 % reduzierten Strahlendosis ermöglicht. Durch die Fusion von Röntgen‑ und Ultraschallbildern können Gefäßstrukturen besonders detailreich dargestellt werden, was sowohl die Strahlenbelastung als auch den Einsatz von Kontrastmitteln verringert.

Beteiligte und Partnerschaft

Die feierliche Übergabe wurde von Geschäftsführerin Gabriele Wolter, den Chefärzten der Kardiologie und Gefäßchirurgie sowie Vertretern von Philips geleitet. Wolter, seit 2022 Leiterin der Städtischen Klinikums Brandenburg GmbH, betonte die langjährige Verantwortung des Klinikums für die Region: „125 Jahre Krankenhaus in Brandenburg an der Havel heißt auch 125 Jahre Verantwortung für die Menschen in unserer Region.“ Prof. Oliver Ritter, Klinikdirektor der Klinik für Kardiologie, Nephrologie und Pneumologie, verwies darauf, dass beim Herzinfarkt jede Minute zählt und der dritte Messplatz Engpässe bei gleichzeitig auftretenden Notfällen vermeide. Chefarzt der Gefäßchirurgie Dr. Andrej Udelnow hob hervor, dass das neue Hybridsaal‑Konzept zu den weltweit modernsten Anlagen gehöre und durch die integrierte Bildgebung die Genauigkeit von Eingriffen auf ein bislang unerreichtes Niveau hebe.

Bedeutung für die regionale Versorgung

Mit dem zusätzlichen Katheterlabor können nun bis zu drei Patienten gleichzeitig untersucht werden, was die jährliche Kapazität des UKB deutlich erhöht. Die neue Infrastruktur unterstützt zudem die aktuelle Gesundheitsreform, die immer mehr Herzkatheter‑ und Schrittmacher‑Eingriffe ambulant fordert. Durch die Möglichkeit, komplexe Gefäßinterventionen minimalinvasiv im Hybrid‑OP durchzuführen, profitieren insbesondere ältere und schwerkranke Patienten von kürzeren Erholungszeiten. Das UKB behandelt jährlich rund 26 000 stationäre und 48 000 ambulante Patienten und verfügt über 492 Planbetten – die Erweiterung stärkt damit die langfristige Versorgung der Region.

Das Universitätsklinikum, das am 1. Juli 1901 eröffnet wurde, blickt auf mehr als ein Jahrhundert medizinischer Entwicklung zurück. Neben den baulichen Maßnahmen hat die Stadt Brandenburg an der Havel, vertreten durch Oberbürgermeister Daniel Keip, die Finanzierung maßgeblich unterstützt. Keip, seit März 2026 im Amt, betonte: „Während auf Bundesebene über die Zukunft der Kliniken gestritten wird, schafft unsere Stadt Fakten. Wir investieren in ein Klinikum, das in kommunaler Hand bleibt.“ Der neue Bereich soll die Versorgung von Herz‑ und Gefäßpatienten für kommende Generationen sichern und das Vertrauen der Bevölkerung in ihr lokales Krankenhaus stärken.