Unbekannte beschmieren THB-Campus mit Nazisymbol und orangem Farbspray
Unbekannte haben in der Nacht zum Donnerstag die Technische Hochschule Brandenburg mit orangem Farbspray und einem Nazisymbol beschmiert. Die Polizei ermittelt wegen Sachbeschädigung und Verwendung verfassungswidriger Symbole
In der Nacht zum Donnerstag, dem 17. Juli 2026, wurde die Technische Hochschule Brandenburg (THB) Ziel einer gezielten Farbattacke. Unbekannte Täter hatten gegen 6 Uhr morgens mehrere Objekte auf dem Campus mit orangem Farbspray beschmiert. Laut einem Sprecher der Polizei waren neben verschiedenen Symbolen auch ein Nazisymbol zu erkennen. Die Verantwortlichen der Hochschule entfernten die Schmierereien umgehend und übergaben zuvor gefertigte Beweismittel an die Ermittlungsbehörden.
Die Polizei hat daraufhin Ermittlungen wegen Sachbeschädigung sowie wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen eingeleitet. Der geschätzte Sachschaden beläuft sich auf etwa 2.000 Euro. Der Vorfall wirft ein Schlaglicht auf die Sicherheit an einem der wichtigsten Bildungsorte der Region, an dem aktuell rund 2.730 Studierende und 61 Professoren tätig sind.
Historischer Hintergrund des Campus
Der Tatort ist nicht nur ein moderner Bildungsbetrieb, sondern trägt eine wechselvolle Geschichte in sich. Der Campus der THB befindet sich auf dem Gelände einer ehemaligen Kürassierkaserne, die zwischen 1877 und 1881 erbaut wurde. Nach der Wende wurde das Areal 1991 zur Fachhochschule Brandenburg umgewidmet, die 2016 schließlich in Technische Hochschule Brandenburg umbenannt wurde. Dass ausgerechnet an einem Ort mit solch tief verwurzeltem militärischem und historischem Erbe nun verfassungsfeindliche Symbole angebracht werden, unterstreicht die Brisanz des Vorfalls.
Trend rechter Gewalt in Brandenburg
Der Angriff auf die THB ist kein isoliertes Ereignis, sondern passt in ein besorgniserregendes Bild, das sich in Brandenburg in der jüngeren Vergangenheit abzeichnet. Laut der Organisation Opferperspektive verzeichnete das Land im Jahr 2025 einen deutlichen Anstieg rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalttaten. Auch in den letzten zwölf Monaten gab es ähnliche Vorfälle mit Nazisymbolen, etwa in Teltow-Fläming im November 2025 sowie in Fürstenwalde im April desselben Jahres.
Rechtlich drohen den Tätern nun empfindliche Strafen. Der Vorfall wird unter § 86a StGB (Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen) verfolgt, was eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder eine Geldstrafe nach sich ziehen kann. Hinzu kommt die separate Verfolgung der Sachbeschädigung. Die Ermittlungen laufen, um die Urheber der orangen Schmierereien zu identifizieren.