THW Brandenburg versorgt Löschkräfte im Müritz-Nationalpark mit Treibstoff

Der THW-Ortsverband Brandenburg an der Havel sichert mit mobilen Tankanlagen die Treibstoffversorgung der Feuerwehren beim Großbrand im Müritz-Nationalpark auf einem munitionsbelasteten Gelände

THW Brandenburg versorgt Löschkräfte im Müritz-Nationalpark mit Treibstoff
Symbolfoto · Foto: Zlatko Đurić / Unsplash

Einsatz im Nationalpark

Der Ortsverband Brandenburg an der Havel des Technischen Hilfswerkes (THW) ist am Sonntagmorgen gegen 8 Uhr mit acht ehrenamtlichen Helfern in den Einsatz gerückt. Ziel war die Unterstützung der Löscharbeiten bei dem Großbrand im Müritz-Nationalpark, der seit dem 13. Juli bei Granzin wütet. Während hunderte Einsatzkräfte verschiedener Organisationen versuchen, eine weitere Ausbreitung der Flammen zu verhindern, übernehmen die Brandenburger eine entscheidende logistische Aufgabe: Sie versorgen die im Dauerbetrieb laufenden Löschfahrzeuge und Wasserpumpen der Feuerwehren mit dem dringend benötigten Diesel- und Ottokraftstoff.

Gefährliches Terrain

Die Bekämpfung des Feuers gestaltet sich außerordentlich schwierig, da es sich auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz der Sowjetarmee ausgebreitet hat, der von 1945 bis 1993 genutzt wurde. Der Boden ist flächendeckend mit Altmunition belastet, was bei den hohen Temperaturen zu spontanen Explosionen führt. Aus diesem Sicherheitsgrund müssen die Feuerwehrleute einen Abstand von rund 1000 Metern zum Brandherd einhalten, was eine direkte Bekämpfung fast unmöglich macht. Aufgrund des drehenden Windes und der akuten Explosionsgefahr mussten in den vergangenen Tagen bereits die Ortschaften Granzin, Granziner Mühle und Krienke evakuiert werden.

Logistik im Mehrschichtsystem

Um die ununterbrochenen Löscharbeiten aufrechtzuerhalten, ist ein verlässlicher Nachschub an Treibstoff zwingend erforderlich. Mit drei Fahrzeugen – zwei Lastkraftwagen und einem Pick-up – bringen die Helfer aus Brandenburg mobile, bereits gefüllte Tankanlagen direkt an die Einsatzstellen. Gemeinsam mit dem THW-Ortsverband Berlin Steglitz-Zehlendorf, der die Gesamtkoordination übernimmt, stellen die Brandenburger die Treibstofflogistik im Mehrschichtsystem sicher. Insgesamt unterstützen derzeit über 120 Einsatzkräfte des THW aus verschiedenen Bundesländern den Einsatz, der von Sebastian Kalka, Leiter der Feuerwehr Brandenburg an der Havel, bestätigt wurde.

Schutz der sensiblen Natur

Im sensiblen Gebiet des Müritz-Nationalparks hat der Schutz der Umwelt auch während der akuten Gefahrenlage höchste Priorität. Der Nationalpark erstreckt sich über 322 Quadratkilometer und beherbergt 107 Seen, wobei drei Viertel der Fläche aus Kiefernwäldern bestehen. Das THW führt daher spezielle Schutzausstattung mit, um beim Betreten des Geländes und dem Betanken der Maschinen jegliche Verunreinigung des Bodens durch auslaufenden Kraftstoff zu verhindern. Bereits Ende Juni 2026 hatte es in der Region einen ähnlichen Brand auf einem munitionsbelasteten Truppenübungsplatz gegeben, der mehrere Tage dauerte und über 100 Hektar Wald verwüstete.