Magdeburg: Polizei fahndet nach graumännlichem Abholer
Die Polizei Magdeburg fahndet nach einem Mann mit kurzen grauen Haaren und grauem T-Shirt, der am Freitag eine 76-Jährige nach einem Schockanruf um Bargeld brachte
Am Freitagvormittag, dem 17. Juli 2026, wurde eine 76-jährige Frau in Magdeburg Opfer einer perfiden Betrugsmasche. Gegen 11:00 Uhr klingelte ihr Telefon, und am anderen Ende der Leitung meldeten sich Täter, die sich als Polizeibeamte ausgaben. Sie erzählten der Seniorin eine dramatische Geschichte: Ein nahes Familienmitglied liege angeblich schwer verletzt im Krankenhaus und benötige sofort Bargeld, um eine Haftsumme zu hinterlegen oder medizinische Kosten zu begleichen.
Unter dem psychologischen Druck dieser erfundenen Notlage und der Angst um den Angehörigen ließ sich die Frau auf das Spiel der Kriminellen ein. Die Täter übten massiven Druck aus und ließen der Geschädigten keine Zeit, die Situation zu hinterfragen oder mit Verwandten zu sprechen. Gegen 12:30 Uhr erschien ein unbekannter Mann an der Wohnung der Frau in der Wolfenbütteler Straße, um das Geld entgegenzunehmen. Die 76-Jährige übergab ihm Bargeld in einer mittleren vierstelligen Summe.
Täterbeschreibung und Fahndung
Die Polizei Magdeburg hat daraufhin ein Strafverfahren eingeleitet und sichert derzeit Spuren vor Ort. Die Ermittler beschreiben den Täter, der das Geld abholte, als männlich mit kurzen grauen Haaren und einem grauen T-Shirt. Da der Mann flüchten konnte, sucht die Polizei nun nach Zeugen, die sachdienliche Hinweise zur Tat oder zum Aussehen des Mannes geben können. Hinweise nimmt das Polizeirevier Magdeburg unter der Telefonnummer 0391/546-3295 oder per E-Mail entgegen.
Diese Art von Betrug ist leider keine Einzelfallerscheinung. Bereits im März 2026 hatte es in Magdeburg einen ähnlichen Vorfall gegeben, bei dem eine 87-jährige Frau 25.000 Euro an Betrüger verlor. Die Masche der „Schockanrufe“ ist seit Jahren bekannt und entwickelt sich ständig weiter. Während früher oft von einem angeblichen Polizeiverfahren die Rede war, nutzen die Täter nun häufig Geschichten über Verkehrsunfälle oder Notfälle im Krankenhaus, um die Opfer emotional zu destabilisieren. In Sachsen-Anhalt fallen jährlich tausende Senioren solchen Betrugsversuchen zum Opfer.
Warnhinweise der Polizei
Die Ermittler betonen, dass die echte Polizei niemals Bargeld unter dem Vorwand einer Überprüfung oder zur Sicherung in amtliche Verwahrung nimmt. Auch werden keine Gelder von Bürgern eingefordert, um Ermittlungen zu finanzieren oder Angehörige aus der Haft zu holen. Die Beamten raten Senioren daher, unbekannten Personen grundsätzlich keinen Zutritt zu gewähren und bei Zweifeln an der Echtheit eines Anrufs selbstständig die Notrufnummer 110 zu wählen, anstatt sich unter Druck setzen zu lassen. Glauben Betroffene, Opfer eines Betrugs geworden zu sein, sollten sie sich sofort an ihre örtliche Polizeidienststelle wenden und Anzeige erstatten. Nur durch schnelles Handeln und die Aufklärung der Bevölkerung können weitere Schäden verhindert werden.