Streit in Lichtenberg: 40-Jähriger fährt Mann an
In Berlin-Lichtenberg fuhr ein 40-Jähriger nach einem Streit um zu schnelles Fahren einen Mann gezielt an und flüchtete, woraufhin die Polizei wegen mehrerer Delikte ermittelt
Berlin-Lichtenberg – Ein Streit um die Fahrweise auf der vielbefahrenen Landsberger Allee hat in der Nacht zum Montag zu einer schweren Eskalation geführt. Ein 40-jähriger Autofahrer fuhr dabei gezielt einen 28-jährigen Mann an, der ihn zuvor auf zu schnelles Fahren angesprochen hatte. Der Täter flüchtete zunächst vom Tatort, meldete sich jedoch später selbst bei den Behörden.
Der Vorfall ereignete sich gegen 23 Uhr vor einer Gemeinschaftsunterkunft in der Jahnstraße. Der 40-Jährige hatte mit seinem BMW angehalten, um mehrere Personen aussteigen zu lassen. Als der 28-jährige Mann den Fahrer auf dessen aus seiner Sicht zu hohe Geschwindigkeit ansprach, kam es zu einer hitzigen Diskussion. Im Verlauf des Streits sprang der 28-Jährige auf die Motorhaube des Fahrzeugs und schlug mit der Faust gegen die Windschutzscheibe.
Gezieltes Überfahren und Flucht
Als der 28-Jährige mit einer ebenfalls 28-jährigen Frau und einem sechs Jahre alten Kind den Weg fortsetzte, beschleunigte der BMW-Fahrer und fuhr den Mann gezielt an. Der Verletzte erlitt dabei Blessuren am Schienbein und an der Schulter sowie diverse Schürfwunden. Der Täter ließ das Geschehen nicht bei diesem Angriff, sondern fuhr sofort davon. Dabei beschädigte er noch ein Verkehrszeichen.
Später stellte sich der 40-Jährige der Polizei. In einem freiwilligen Atemalkoholtest ergab sich ein erhöhter Wert. Als Begründung für seine Flucht gab der Mann an, er habe Angst vor den Beteiligten gehabt. Erste Ermittlungen der Polizei stellten zudem fest, dass am BMW falsche Kennzeichen angebracht waren, die einem anderen Fahrzeug gehörten. Das Auto wurde daraufhin beschlagnahmt.
Weitere Auseinandersetzungen und Ermittlungen
Unmittelbar nach dem Anfahren kam es zu einer weiteren körperlichen Auseinandersetzung. Der 28-jährige Verletzte geriet laut Angaben der Polizei erneut in Konflikt mit zwei Männern (19 und 31 Jahre alt), die zuvor aus dem BMW ausgestiegen waren. Auch weitere Personen, die sich zufällig auf der Straße befanden, waren in den Streit verwickelt. Die Beteiligten erlitten in diesem zweiten Teil des Konflikts keine weiteren Verletzungen.
Die Ermittlungen werden von einem Fachkommissariat der Polizeidirektion 3 (Ost) geführt, die für die Bezirke Lichtenberg und Marzahn-Hellersdorf zuständig ist. Gegen den 40-Jährigen wird nun wegen mehrerer schwerer Delikte ermittelt, darunter Verdacht auf Verkehrsunfallflucht, Gefährdung des Straßenverkehrs, fahrlässige Körperverletzung und Missbrauch von Kennzeichen.
Die Lage an diesem Abschnitt der Landsberger Allee ist bereits bekannt für soziale Spannungen. Die dortige Gemeinschaftsunterkunft gilt als Brennpunkt, an dem es regelmäßig zu Konflikten und häufigen Polizeieinsätzen kommt. Über den Fortgang der Ermittlungen wird die Redaktion des Havelblatts berichten.