Stahnsdorf würdigt bescheidenes Ehrenamt neu
Die Gemeinde Stahnsdorf hat ihre Ehrensatzung novelliert und führt neben der Ehrennadel nun eine formelle „Anerkennung“ für Ehrenamtliche ein, die keine großen Festakte wünschen
Nicht jeder, der sich ehrenamtlich engagiert, möchte dafür im Rampenlicht stehen. Um auch solchen Persönlichkeiten eine angemessene Würdigung zuteilwerden zu lassen, hat die Gemeinde Stahnsdorf ihre Ehrensatzung im Jahr 2025 novelliert. Neben der bekannten Ehrennadel existiert nun eine zweite Form der Auszeichnung: die „Anerkennung“. Diese ermöglicht es der Verwaltung, bürgerschaftliches Engagement oder außergewöhnliche Leistungen in einem bescheideneren Rahmen zu honorieren, ohne den Geehrten vor ein großes Publikum zu stellen.
Während die Ehrennadel an Menschen geht, die sich in besonderem Maße um den gesellschaftlichen Zusammenhalt verdient gemacht haben, zielt die neue „Anerkennung“ auf ein breiteres Spektrum an Aktivitäten ab. Es gibt keine feste Zielgruppe oder Altersgrenze. Geehrt werden können sowohl in Stahnsdorf lebende Personen, die andernorts Außergewöhnliches leisten, als auch Menschen von außerhalb, deren Wirkungsfeld hauptsächlich in der Gemeinde liegt. Als Beispiele nennt die Gemeinde die 65-jährige Zeugwartin eines Judovereins, die wöchentlich ihre private Waschmaschine für die Ausrüstung der Turniere zur Verfügung stellt, oder den 16-jährigen Schüler, der regelmäßig nach dem Unterricht in einem Seniorenheim vorliest.
Ein niederschwelliges Ehrenamt
Die Einführung der „Anerkennung“ reagiert auf den Wunsch nach einer niederschwelligeren Variante der Wertschätzung. Sie richtet sich ausdrücklich an Personen, denen ein großer Festakt aller Wahrscheinlichkeit nach Unbehagen bereiten würde. Zudem bietet sie Vorschlagenden die Möglichkeit, eine Ehrung vorzuschlagen, wenn sie sich über die volle Tragweite der Leistung noch nicht ganz sicher sind und es zunächst „eine Nummer kleiner“ versuchen möchten.
Die Auswahl der Geehrten trifft satzungsgemäß der Hauptausschuss der Gemeinde Stahnsdorf in einer nicht-öffentlichen Sitzung. Wer eine Anerkennung erhält, bekommt eine Ehrenurkunde sowie ein symbolisches Ehrengeschenk. Die Urkunde wird vom Bürgermeister Bernd Albers und dem Vorsitzenden des Ausschusses für Bildung, Soziales, Kultur und Sport (BSKS) unterzeichnet. Im Gegensatz zur traditionellen Verleihung soll die Übergabe von Urkunde und Geschenk nach Möglichkeit direkt an einem Ort stattfinden, der mit dem geehrten Engagement oder der Leistung in Verbindung steht.
Vorschläge einreichen
Die Ehrennadel wird in Stahnsdorf bereits seit 2014 verliehen – ursprünglich anlässlich der 750-Jahr-Feier der Gemeinde. Bislang ging die Auszeichnung an 24 Personen, wobei die Verleihung in den Jahren 2020 und 2021 pandemiebedingt ausfiel. Die Verleihung 2026 ist für den 13. November in der Aula der Grundschule „Heinrich Zille“ geplant. Die neue Form der „Anerkennung“ ergänzt dieses System, um auch kleinere, aber ebenso wichtige Beiträge zur Gesellschaft sichtbar zu machen.
Wer eine Person für eine Anerkennung vorschlagen möchte, kann dies per E-Mail an den Bürgermeister der Gemeinde Stahnsdorf unter gemeinde@stahnsdorf.de tun. Der Vorschlag sollte den Vor- und Nachnamen der Person enthalten, eine Kurzbeschreibung der überdurchschnittlichen ehrenamtlichen Tätigkeit sowie eine Kontaktmöglichkeit für Rückfragen bereithalten. Auf diese Weise bleibt die Würdigung des Engagements flexibel und kommt den individuellen Bedürfnissen der Ehrenamtlichen entgegen.