35 neue Sozialwohnungen im Potsdamer Stern eröffnet
Im Potsdamer Stadtteil Stern sind 35 neue Wohnungen für Familien in prekären Lebenslagen offiziell übergeben worden und bieten neben Wohnraum auch multiprofessionelle Unterstützung im Alltag
Im Potsdamer Stadtteil Stern ist ein neues Kapitel der sozialen Wohnhilfe geschrieben worden. 35 Wohnungen, die speziell für Menschen in prekären Lebenslagen konzipiert sind, wurden am gestrigen 22. Juli offiziell übergeben. In einer symbolischen Zeremonie im Patrizierweg übergaben Jörn-Michael Westphal, Geschäftsführer der ProPotsdam GmbH, und Bert Nicke, Geschäftsführer der Soziale Stadt ProPotsdam gGmbH, den Schlüssel des Wohnkomplexes an die Beigeordnete für Ordnung, Sicherheit, Soziales und Gesundheit, Brigitte Meier. Damit stehen Familien, die kurzfristig eine Unterkunft benötigen, nun neue Möglichkeiten zur Verfügung.
Ein neues Zuhause statt nur einer Unterkunft
Das Bauvorhaben ist weit mehr als ein reiner Wohnungsbau. Auf einem rund 3.700 Quadratmeter großen Grundstück sind zwei Gebäude in moderner Holzhybridbauweise entstanden, die dem höchsten Energieeffizienzstandard, dem Effizienzhausstandard EH40, entsprechen. Die beiden Häuser bieten zusammen knapp 3.400 Quadratmeter Wohn- und Gemeinschaftsfläche. „In den beiden in Holzhybridbauweise errichteten Gebäuden haben wir vor allem familiengeeignete Wohnungen geschaffen“, erklärte Jörn-Michael Westphal bei der Übergabe. Neben den Wohnräumen gibt es eigene Flächen für die Betreuungsarbeit und für Gemeinschaftsangebote, während im Außenbereich speziell Spiel- und Aufenthaltsflächen für die Kinder entstanden sind.
Die Kosten für den Neubau beliefen sich auf insgesamt 16 Millionen Euro. Die Landeshauptstadt Potsdam trug diese nicht allein; das Land Brandenburg unterstützte das Projekt maßgeblich über die Wohnungsbauförderung. Zur Verfügung gestellt wurden vergünstigte Darlehen in Höhe von mehr als 8,6 Millionen Euro sowie direkte Zuschüsse von fast 2,5 Millionen Euro. Diese Förderung unterstreicht die politische Priorität, soziale Infrastruktur in der Landeshauptstadt auszubauen.
Multiprofessionelle Unterstützung im Alltag
Betreibt werden die 35 Wohnungen künftig von der Soziale Stadt ProPotsdam gGmbH, einer gemeinnützigen Gesellschaft, die sich zum Ziel gesetzt hat, soziale Projekte in benachteiligten Stadtteilen zu stärken. Deren Geschäftsführer Bert Nicke betonte den besonderen Anspruch des Projekts: „Die Menschen im Wohnverbund Patrizierweg sollen nicht nur eine Unterkunft erhalten, sondern ein neues Zuhause finden.“
Um dieses Ziel zu erreichen, wird ein multiprofessionelles Team die Bewohner unterstützen. Dieses Team hilft bei der Organisation des Alltags, bei Behördengängen und Fragen zu sozialen Leistungen. Auch bei schulischen, gesundheitlichen oder familiären Anliegen stehen die Fachkräfte zur Seite. Wer darüber hinausgehende Hilfe benötigt, wird gezielt an externe Beratungsstellen und Fachdienste vermittelt.
Vernetzung im Stadtteil Stern
Ein zentrales Element des Konzepts ist die aktive Einbindung in das soziale Gefüge des Stadtteils. Die Soziale Stadt ProPotsdam gGmbH plant, den Wohnverbund eng mit Schulen, Kindertagesstätten, Beratungsstellen und weiteren sozialen Einrichtungen im Stern zu vernetzen. Das Ziel ist es, vorhandene Angebote im Quartier direkt zugänglich zu machen und Begegnungen zwischen den Bewohnern und der Nachbarschaft zu fördern. Bildungs-, Freizeit- und Begegnungsangebote, die vor allem Kinder, Jugendliche und Familien ansprechen, sollen den Alltag bereichern.
Teil einer breiten Strategie
Der Neubau im Patrizierweg ist eingebettet in eine übergeordnete Strategie der Stadtverwaltung. „Wir arbeiten gemeinsam mit der Landeshauptstadt an mehreren Strängen, um der angespannten Wohnungslage in Potsdam zu begegnen“, sagte ProPotsdam-Geschäftsführer Jörn-Michael Westphal. Dazu gehöre nicht nur der reine Wohnungsbau, sondern auch die soziale Stärkung ganzer Quartiere sowie die Unterstützung einzelner Personen.
Brigitte Meier würdigte bei der Übergabe die Bedeutung des Projekts für die Stadt: „Menschen in besonderen und prekären Lebenssituationen finden in Potsdam Hilfsangebote. Zu unseren Aufgaben gehört es dabei auch, mit Wohnraum zu unterstützen, wenn das Zuhause fehlt und der Weg zurück in ein stabiles Leben gelingen soll.“ Die 35 neuen Wohnungen gehören ab sofort zur kommunalen sozialen Wohnhilfe und bieten damit einen wichtigen Baustein für die soziale Stabilität in Potsdam.