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Stadtbibliothek Magdeburg zeigt ab Juli Fotoausstellung von Wenzel Oschington zur Friedlichen Revolution

Die Stadtbibliothek Magdeburg zeigt ab dem 2. Juli die Fotoausstellung „Kultur statt Zensur“ des Fotografen Wenzel Oschington zur Friedlichen Revolution

Ein Rückblick auf Freiheit und Vielfalt

Am Donnerstag, 2. Juli, lädt die Stadtbibliothek Magdeburg zur Eröffnung der Fotoausstellung „Kultur statt Zensur" ein. Der Titel greift eine der zentralen Forderungen der Friedlichen Revolution von 1989 auf und setzt einen bewussten Akzent in der heutigen Zeit. Im Fokus steht der Magdeburger Fotograf Wenzel Oschington, der mit seiner Arbeit die Entwicklung der freien Kulturszene in der Elbestadt über mehr als drei Jahrzehnte hinweg dokumentiert hat. Die Vernissage beginnt um 17 Uhr im Lesecafé Eselsohr der Zentralbibliothek am Breiten Weg 109.

Oschington, der bürgerlich Matthias Pavel heißt, gilt als einer der wichtigsten Chronisten der Magdeburger Kulturszene seit dem Umbruch 1989. Seine Bilder zeigen nicht nur die Arbeit von Vereinen und soziokulturellen Zentren, sondern halten auch Momente des Austauschs und des kreativen Engagements fest. Besonders seine Aufnahmen aus den Wendejahren 1989/90, die unter anderem bereits im Landtag Sachsen-Anhalt und in der Gedenkstätte Magdeburg zu sehen waren, zeugen von der Bedeutung einer lebendigen und offenen Gesellschaft. Durch seine langjährige Begleitung zahlreicher Veranstaltungen hat er die kulturelle Vielfalt der Stadt in einem einzigartigen visuellen Archiv festgehalten.

Musikalischer Rahmen und Podiumsdiskussion

Für die musikalische Untermalung der Eröffnung sorgt der in Magdeburg bekannte Akkordeonist Martin Müller. Unter dem Künstlernamen „Mann mit dem Hut" ist er für seine Mischung aus Jazzstandards und eigenen Kompositionen geschätzt und hat bereits 2021 sein erstes Album veröffentlicht. Müller begleitet damit den Übergang von der historischen Dokumentation hin zu aktuellen Debatten.

Die Ausstellung versteht sich nicht nur als Rückblick, sondern soll auch als Impuls für die Zukunft wirken. Um die Bedeutung von Kultur für die Gegenwart und die weitere Entwicklung der Landeshauptstadt zu vertiefen, findet am Mittwoch, 22. Juli, um 19.30 Uhr eine Podiumsdiskussion im Lesecafé Eselsohr statt. Dort werden Wegbegleiter und Kulturschaffende über die Rolle der Kultur in Magdeburg sprechen.

Unterstützung durch lokale Initiativen

Die Ausstellung wird von der Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt unterstützt, die ihren Sitz ebenfalls in Magdeburg hat und Projekte zu Demokratie und Vielfalt fördert. Zudem ist die Schau ein Beitrag der Initiative „Weltoffenes Magdeburg – Eine Stadt für alle". Diese Initiative wurde als Reaktion auf rechtsextreme Bestrebungen gegründet und organisiert jährlich die Aktionswoche rund um den 16. Januar, um gegen Rechtspopulismus und für Toleranz zu werben.

Das Lesecafé Eselsohr in der Zentralbibliothek dient dabei als traditioneller Treffpunkt für kulturellen Austausch. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, die Ausstellung zu besichtigen. Der Eintritt ist frei.