Lehniner Sommermusiken eröffnen 51. Saison mit neuer Wegscheider-Orgel und Polyverse-Projekt
Die Lehniner Sommermusiken starten ihre 51. Saison mit der feierlichen Inbetriebnahme einer neuen Orgel von Kristian Wegscheider in der Klosterkirche Lehnin
Ein neues Instrument für die Klosterkirche
Die Lehniner Sommermusiken starten am kommenden Freitag in ihre 51. Saison und setzen dabei gleich zwei kulturelle Akzente: Die feierliche Inbetriebnahme einer neuen Orgel und der Abschluss des internationalen interreligiösen Projekts „Polyverse". Beide Höhepunkte finden in der historischen St. Marien-Klosterkirche statt, deren Klangbild sich durch das neue Instrument grundlegend wandelt. Die Orgel wurde vom weltweit renommierten Dresdner Orgelbauer Kristian Wegscheider geschaffen. Ihr Bau war das Ergebnis einer jahrelangen Vorbereitung und einer breiten Spendenaktion, die zudem durch finanzielle Unterstützung des Landes Brandenburg und des Landkreises Potsdam-Mittelmark ermöglicht wurde.
Der Festtag am 3. Juli beginnt mit Grußworten und der Enthüllung des Instruments, bevor Bischof Dr. Christian Stäblein die Andacht hält. Ab 17 Uhr erklingen dann die ersten Klänge an der neuen Orgel: Gerhard Oppelt, der seit 2016 Kreiskantor in Kloster Lehnin ist und als Gründer des Monteverdi-Chor Berlin über große Erfahrung in der historischen Aufführungspraxis verfügt, spielt Werke aus dem Barock und der Moderne. Den ersten Tag beschließt um 22 Uhr ein Nachtkonzert mit Messiaens „La Nativité du Seigneur", begleitet von einem speziellen Lichtdesign von Leonard Albach.
Interreligiöser Dialog und europäischer Austausch
Am Sonntag, dem 5. Juli, rückt das Projekt „Polyverse" in den Mittelpunkt. Es ist ein von der Europäischen Kommission gefördertes Vorhaben, das Partner aus drei Weltreligionen zusammenbringt: die jüdische Gemeinde Athen, die katholische Kathedrale in Aquileia, die Große Moschee in Rom sowie die Evangelische Kirchengemeinde Lehnin. Die Veranstaltung beginnt um 10.30 Uhr mit einem Gottesdienst, bei dem die Lehniner Kantorei unter der Leitung von Gerhard Oppelt singt – erstmals begleitet von der neuen Wegscheider-Orgel.
Im Anschluss daran diskutieren im Kirchenkreiszentrum Lehnin ab 14 Uhr der Theologe Prof. Dr. Christoph Markschies und der Antisemitismusforscher Prof. Dr. Wolfgang Benz über die Möglichkeiten und Herausforderungen des interreligiösen Musizierens. Die Moderation übernimmt Landespfarrerin Dorothea Gauland, die seit Ende 2025 für den interreligiösen Dialog in der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) zuständig ist. Ab 16 Uhr folgt in der Klosterkirche die deutsche Erstaufführung von „Polyverse Echoes". Das Stück wurde von Maria Beatrice Orlando, Sakis Negrin und Aaron Dan komponiert und wird von einem multinationalen Chor vorgetragen, der Werke von Palestrina über Bach bis Arvo Pärt interpretiert. Der Eintritt zu beiden Eröffnungsveranstaltungen ist frei.
Orgelmatineen bis in den Herbst
Nach den Eröffnungshighlights setzen die Lehniner Sommermusiken ihr Programm mit regelmäßigen Orgelmatineen fort. Jeden Sonntag vom 12. Juli bis zum 20. September 2026 spielt Gerhard Oppelt jeweils ab 12 Uhr an der neuen Orgel, oft in Begleitung wechselnder Gäste. Auch für diese Matineen ist der Eintritt frei. Die gesamte Saison läuft bis zum 26. September 2026, an dem mit der Aufführung der „Marienvesper" von Claudio Monteverdi ein weiteres großes Finale erwartet wird. Während die Eröffnungskonzerte und Matineen kostenlos sind, kosten Tickets für die weiteren Konzerte der Saison zwischen 15 und 20 Euro. Weitere Informationen zum kompletten Programm finden Interessierte auf der Website der Klosterkirche Lehnin.