Stadt Brandenburg reinigt Bäume an Kitas und Schulen gegen Eichenprozessionsspinner
Die Stadt Brandenburg an der Havel lässt befallene Bäume an Kitas und Schulen fachgerecht reinigen, um die Bevölkerung vor den giftigen Brennhaaren des Eichenprozessionsspinners zu schützen
Der Eichenprozessionsspinner macht auch vor Brandenburg an der Havel nicht Halt. Während die Situation im Stadtwald derzeit noch als vergleichsweise überschaubar gilt, nehmen die Funde von Gespinstnestern zu. Die Stadtverwaltung reagiert und bereitet sich aktiv auf die kommende Saison vor, um die Gesundheit der Bürger zu schützen.
An besonders sensiblen Orten wie Kitas, Schulen oder Bushaltestellen greift die Stadt bereits jetzt ein. Befallene Bäume werden dort durch Fachfirmen gereinigt. Dafür stehen in diesem Jahr entsprechende finanzielle Mittel zur Verfügung. Auch für das Jahr 2027 plant die Verwaltung vorsorglich Haushaltsmittel ein, um flexibel auf eine weitere Ausbreitung des Schädlings reagieren zu können.
Gesundheitsgefahr durch unsichtbare Haare
Die größte Gefahr geht von den feinen Brennhaaren der Raupen aus. Diese enthalten das Gift Thaumetopoein und können bei Kontakt schwere Hautreizungen, starken Juckreiz sowie Augen- und Atemwegsbeschwerden auslösen. Besonders tückisch ist, dass die Brennhaare auch nach der Verpuppung in den alten Nestern verbleiben. Sie können über Jahre hinweg durch den Wind verbreitet werden und stellen auch dann noch eine Gefahr dar.
Im Brandenburger Stadtwald wurden vermehrt Nester entdeckt. Im Gegensatz zu anderen Regionen wie dem Spreewald sind jedoch derzeit keine großflächigen Sperrungen notwendig. Dennoch wird eindringlich vor eigenmächtigen Eingriffen gewarnt.
Zuständigkeiten und Verhalten im öffentlichen Raum
Die Bekämpfung ist streng reglementiert und hängt vom Standort des Befalls ab. Für den öffentliche Raum ist die Stadt Brandenburg an der Havel zuständig. Auf privaten Grundstücken liegt die Verantwortung hingegen beim jeweiligen Grundstückseigentümer. Koordiniert werden die Maßnahmen der verschiedenen Kommunen derzeit bei der Landesregierung, da der Schädling sich seit 2002 in Brandenburg stark ausbreitet – begünstigt durch die globale Erwärmung.
Die Stadt appelliert an die Bevölkerung, Raupen oder Gespinstnester keinesfalls zu berühren oder selbst zu entfernen. Entdeckte Nester sollten gemieden werden. Besonders Kinder und Haustiere müssen ferngehalten bleiben. Hunde und Katzen sind aufgrund ihres Neugierverhaltens oft besonders gefährdet, da sie die Raupen beschnüffeln oder fressen können, was zu schweren Erkrankungen führen kann.
Bei gesundheitlichen Beschwerden nach einem Kontakt sollte umgehend ärztlicher Rat eingeholt werden. Da flächendeckende Bekämpfungsmaßnahmen nur in einem sehr kurzen Zeitfenster zwischen Ende April und Mitte Mai wirksam sind, müssen Befallsgebiete bereits jetzt kartiert und für das nächste Jahr priorisiert werden. Nur so lässt sich verhindern, dass sich die Raupen entwickeln und ihre gefährlichen Brennhaare abwerfen.