SPSG warnt vor Astabbrüchen in Berliner und Potsdamer Parkanlagen bei Trockenheit

Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten warnt Besucher ihrer Parkanlagen in Berlin und Potsdam vor plötzlichem Astabbruch infolge der anhaltenden Trockenheit

Symbolfoto · Foto: Wim van 't Einde / Unsplash

Warnung vor Astabbrüchen in den Parkanlagen

Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) hat eine dringende Warnung an alle Besucher ihrer Parkanlagen in Berlin, Potsdam und im gesamten Land Brandenburg herausgegeben. Aufgrund der anhaltenden Trockenheit im Juli 2026 ist in allen Gärten der Stiftung derzeit vermehrt mit dem Abbrechen von Grün- und Starkästen zu rechnen. Die Sicherheit der Besucher hat oberste Priorität, da die Bäume unter massivem physiologischen Stress stehen.

Warum trockene Bäume gefährlich werden

Fehlt den Bäumen über längere Zeit Wasser, verändert sich ihre innere Struktur erheblich. Das Holz und das Astwerk verlieren ihre natürliche Elastizität und werden spröde. Dies führt dazu, dass Äste ohne jede Vorwarnung abbrechen können, selbst wenn keine sichtbaren Vorschädigungen am Baum erkennbar sind. Die Bäume reagieren auf den Wassermangel mit einer aktiven Überlebensstrategie: Sie rollen ihr Blattwerk ein, um die Verdunstungsfläche zu verringern, oder trennen sich gezielt von Früchten wie Eicheln und Bucheckern. In extremen Fällen werfen sie sogar ganze Starkäste ab, um das eigene Überleben zu sichern.

Besonders tückisch ist, dass Regen keine Entwarnung bedeutet. Im Gegenteil: Starkregen in Kombination mit Windböen bringt zusätzliches Gewicht auf die Kronen und Äste. Die bereits durch die Trockenheit gestressten Bäume können diese zusätzliche Belastung oft nicht mehr tragen, sodass die Bruchgefahr in solchen Momenten exponentiell steigt. Ein scheinbar harmloser Regenschauer kann somit zum Auslöser für gefährliche Unfälle werden.

Schutz des UNESCO-Welterbes und der Besucher

Die betroffenen Parkanlagen gehören zum UNESCO-Welterbe und umfassen bedeutende Kulturlandschaften von Schloss Sanssouci bis zur Pfaueninsel. Der Erhalt dieser historischen Baumbestände ist von existenzieller Bedeutung für das kulturelle Erbe Preußens. Mit über 3,5 Millionen Besuchern jährlich sind die Parks zudem ein massiver Wirtschaftsfaktor für die Region. Eine Schließung oder Teilsperrung der Anlagen hätte erhebliche Folgen, weshalb die Stiftung versucht, durch klare Warnhinweise einen sicheren Betrieb aufrechtzuerhalten.

Die SPSG bittet alle Parkbesucher eindringlich, strikt auf den ausgewiesenen Wegen zu bleiben. Vom Aufenthalt direkt unter Bäumen oder in deren unmittelbarer Nähe wird ausdrücklich abgeraten. Um das Bewusstsein für die durch den Klimawandel verursachten Bedrohungen zu schärfen, bietet die Stiftung bereits seit 2025 spezielle Führungen zum Thema Klimawandel und Baumschutz an, beispielsweise Rundgänge auf dem Ruinenberg. Diese Maßnahmen sollen helfen, die sensiblen Ökosysteme zu verstehen und gleichzeitig die Sicherheit aller Gäste zu gewährleisten.