Staatsschutz ermittelt nach rassistischem Schlaganfall einer 22-Jährigen in Berlin-Kreuzberg
In Berlin-Kreuzberg hat ein 76-Jähriger eine 22-Jährige rassistisch beleidigt und geschlagen, woraufhin der Staatsschutz wegen politisch motivierter Kriminalität ermittelt
In Berlin-Kreuzberg hat sich am Freitagnachmittag ein rassistisch motivierter Übergriff ereignet, bei dem eine junge Frau angegriffen wurde. Der Polizeiliche Staatsschutz des Landeskriminalamts Berlin hat die Ermittlungen übernommen, da der Vorfall als politisch motivierte Kriminalität (PMK) eingestuft wird.
Der Angriff ereignete sich gegen 16:15 Uhr an der Wilhelmstraße, einem belebten Verkehrsknotenpunkt im Bezirk. Eine 22-Jährige ging laut Polizeiangaben am Gehweg an einem Fahrzeug vorbei, das teilweise auf dem Weg stand. Der 76-jährige Fahrer war dabei, den Wagen auszuladen. Als die Frau an ihm vorbeiging, soll er sie unvermittelt rassistisch beleidigt und ihr ins Gesicht geschlagen haben.
Rettungskräfte, die nach dem Vorfall vor Ort waren, stellten keine sichtbaren Verletzungen an der Opferin fest. Eine ärztliche Behandlung war daher nicht erforderlich. Die Beamten nahmen die Personalien des Tatverdächtigen vor Ort auf und entließen ihn zunächst. Da es sich jedoch um einen Angriff mit rassistischem Hintergrund handelt, übernahm der spezialisierte Staatsschutz die weiteren Ermittlungen.
Einzelfall oder Teil eines Trends?
Der Vorfall fügt sich in eine bedenkliche Statistik ein. Laut der Beratungsstelle reach out Berlin stieg die Zahl rassistischer und rechter Angriffe in der Hauptstadt im Jahr 2025 auf den höchsten Stand seit 2019. Obwohl das Alter des Tatverdächtigen von 76 Jahren in der Statistik rassistischer Gewalttaten eher untypisch ist, da die meisten Täter jünger sind, unterstreicht der Fall die anhaltende Präsenz solcher Konflikte im öffentlichen Raum.
Obwohl die Opferin keine körperlichen Verletzungen davontrug, können derartige Übergriffe erhebliche psychische Folgen haben. Beratungsstellen wie reach out bieten in solchen Fällen Unterstützung für Betroffene an. Der Staatsschutz prüft nun, ob der Angriff im Kontext weiterer Vorfälle in Berlin steht, die in den letzten Monaten vermehrt gemeldet wurden.