Staatsschutz ermittelt nach Hakenkreuz an BTU Cottbus
Unbekannte schmierten Hakenkreuze an die Eingangstür einer studentischen Einrichtung in Cottbus, woraufhin der Staatsschutz die Ermittlungen übernahm
In Cottbus haben Unbekannte erneut rassistische Symbole hinterlassen: An die Eingangstür einer studentischen Einrichtung wurden zwei Hakenkreuze geschmiert. Die Polizei wurde am späten Dienstagabend zu dem Vorfall gerufen, bei dem der Staatsschutz nun die Ermittlungen übernommen hat. Aus Schutzgründen nannte die Polizei nicht, um welche spezifische Einrichtung es sich handelte.
Monitoringstelle der BTU im Fokus
Der Angriff trifft eine Universität, die sich bereits zuvor als Vorreiter im Kampf gegen Hass positioniert hat. Die Brandenburgische Technische Universität (BTU) Cottbus-Senftenberg richtete im Oktober 2024 als erste deutsche Hochschule eine offizielle Monitoringstelle für Vorfälle von Diskriminierung und rechter Gewalt ein. Diese Stelle ist an die Forschungsstelle (sozial)pädagogische und zivilgesellschaftliche Gegenstrategien im Umgang mit Rechtsextremismus (FUR) angegliedert.
BTU-Präsidentin Prof. Dr. Gesine Grande hatte in diesem Zusammenhang betont, dass die Universität eine besondere Verantwortung für eine demokratische Kultur und den Schutz internationaler Studierender trägt. Dass nun gerade an einer solchen Einrichtung geschmiert wird, unterstreicht die Aktualität der Aufgabe dieser Monitoringstelle.
Serie von Angriffen in der Region
Der Vorfall ist Teil einer besorgniserregenden Serie von Angriffen auf zivilgesellschaftliche Einrichtungen in der südbrandenburgischen Stadt. Die Initiative „Sichere Orte Südbrandenburg“ verzeichnet eine Zunahme rechter Attacken in der Region.
Bereits im April 2026 war ein etwa 1,50 mal 2 Meter großes Hakenkreuz an die Synagoge in Cottbus geschmiert worden. Im Juli 2026 folgte ein weiterer schwerer Angriff: Im alternativen Wohnprojekt „WK51“ wurde eine Rauchbombe gezündet, was eine Evakuierung des Hauses zur Folge hatte.
Der Staatsschutz ermittelt in all diesen Fällen, da es sich um politisch motivierte Straftaten aus dem rechten Spektrum handelt. Die wiederholten Schmierereien und Angriffe lösen in der Stadt weiterhin große Besorgnis aus.