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Silly gastiert am 17. Juli mit Elektroakustik-Format im Potsdamer Waschhaus Open Air

Die Band Silly gastiert am 17. Juli im Potsdamer Waschhaus Open Air mit elektroakustischen Neuinterpretationen ihrer Klassiker und Ex-City-Sänger Toni Krahl als Überraschungsgast

Ein rollender Stein setzt kein Moos an

Am 17. Juli 2026 verwandelt sich das Potsdamer Waschhaus Open Air in eine Bühne für besondere Klänge. Die Band Silly kommt im Rahmen ihrer „Elektroakustik Open Air Tour 2026“ in die Landeshauptstadt. Fans können sich auf eine Neuinterpretation der größten Hits freuen, bei der Klassiker wie „Mont Klamott“, „Bataillon d’amour“ oder „Alles wird besser“ neu entdeckt werden. Das Besondere an dieser Tour: Der gewohnte Rock-Bombast wird bewusst beiseitegelegt. Stattdessen dominieren akustische Instrumente, was eine behutsame Neuausrichtung der Songs erfordert hat.

Vom Ost-Berliner Ursprung bis heute

Die Band, die 1978 in Ost-Berlin gegründet wurde, hat mehrere politische Systeme und gesellschaftliche Umbrüche überdauert. Ursprünglich unter dem Namen „Familie Silly“ gegründet, da der reine Name „Silly“ von den DDR-Behörden wegen Anglizismus abgelehnt wurde, erzählt die Gruppe seit fast einem halben Jahrhundert Geschichten vom Leben. Nach dem Tod der legendären Sängerin Tamara Danz im Jahr 1996 bilden Uwe Hassbecker, Rüdiger „Ritchie“ Barton und Hans-Jürgen „Jäcki“ Reznicek seit etwa 30 Jahren den festen Kern der Band. Sie sind der rote Faden, der die verschiedenen Stationen der Band seitdem verbindet.

„Ein rollender Stein setzt kein Moos an“, zitiert Hassbecker Tamara Danz, um die Philosophie der Gruppe zu beschreiben. Zwar hat sich die Art, Musik zu machen, im Laufe der Zeit verändert, doch die Band bleibt in Bewegung, ohne ihrer Historie nicht respektvoll zu begegnen. Mit Julia Neigel, die seit 2019 die feste Sängerin ist, und den ständigen Gastmusikern Ronny Dehn und Daniel Hassbecker, ist die Besetzung aktuell stabil.

Akustische Reduktion und Überraschungsgast

Für das Konzert im Waschhaus, einem ehemaligen preußischen Garnisonsgelände, das seit 1993 ein Zentrum für freie Kunst ist, haben die Musiker ihre Songs auf ein Maximum reduziert. Viele Lieder entstanden ursprünglich einfach am Klavier oder mit der Gitarre; diese Ursprünglichkeit wird nun wieder aufgegriffen. Das Line-Up umfasst eine Vielzahl an Instrumenten, von Cello, Kontrabass und Violine bis hin zu Glockenspiel, Konzertgitarren, Laute und Flügel.

Als besondere Überraschung wird am 17. Juli der Ex-City-Sänger Toni Krahl auf der Bühne stehen. Krahl, der derzeit mit seiner neuen Band „KINX vom Prenzlauer Berg“ auf Tour ist, gastiert bei Silly. Die Zusammenarbeit der beiden Künstler steht im Zeichen einer gemeinsamen musikalischen Interpretation bekannter Titel auf der Open-Air-Bühne.

Politische Reflexion und Ausblick auf 2028

In einem Gespräch vor dem Auftritt thematisierte Uwe Hassbecker die aktuelle politische Lage. Er merkt an, dass es heute schwieriger sei als in den 80er Jahren, sich ein objektives Bild zu machen, da Informationskanäle oft von Propaganda und Halbwahrheiten geprägt seien. Besonders die Debatte um Waffenexporte und die aktuelle weltpolitische Unruhe berühren die Band. Viele Songs aus der Endzeit der DDR passten dennoch erstaunlich gut in die heutige Zeit.

Bereits jetzt blickt die Band auf das große Jubiläum im Jahr 2028: 50 Jahre Silly. Bis dahin wird es sicher neue Musik geben. Der Prozess der Albumentwicklung läuft wie gewohnt: Ideen, Skizzen und Riffs werden gesammelt, sortiert und zu Songstrukturen zusammengefügt. Dass die Bandmitglieder, deren Durchschnittsalter bei 67 Jahren liegt, noch nicht an die „Rockerrente“ denken, liegt an der Musik und einer gewissen Disziplin. „Musik machen scheint irgendwie jung zu halten“, findet Hassbecker, der selbst noch 65 ist.

Potsdam: Eine grüne Stadt mit Lebensqualität

Die Wahl des Ortes Potsdam ist für die Band keine zufällige Entscheidung. „Potsdam ist eine wunderbare, grüne Stadt mit viel Wasser und einer herrlichen Umgebung“, lobt Hassbecker. Im Gegensatz zu Berlin biete die Landeshauptstadt etwas Überschaubares und Entspanntes, bleibe aber städtisch und biete eine hohe Lebensqualität. Dass die Band hier bereits mehrfach gastierte, unterstreicht die Verbindung zur Stadt. Wer einmal in Potsdam lebe, ziehe so schnell nicht weg, ist sich der Gitarrist sicher. Die Tickets für das Konzert im Waschhaus Open Air sind bereits erhältlich.