Senat verteidigt Baumziel trotz Personalkritik
Der Berliner Senat verteidigt sein Ziel von einer Million Bäumen bis 2040 trotz Kritik am Personalaufbau und verweist auf komplexe unterirdische Hindernisse
Die Berliner Umweltverwaltung zeigt sich zuversichtlich, trotz anhaltender Kritik der Initiative „BaumEntscheid“ auf einem guten Weg, die Zahl der Bäume in der Hauptstadt bis 2040 deutlich zu erhöhen. Staatssekretär Andreas Kraus verteidigte die aktuellen Bemühungen im RBB-Inforadio und betonte, dass die Verwaltung über das notwendige Personal und die erforderlichen finanziellen Mittel verfüge. „Wir arbeiten mit Hochdruck an dem Thema“, sagte Kraus. Für den Erfolg des Gesetzes dürfe nicht die reine Schaffung von Planstellen innerhalb eines Jahres maßgeblich sein, sondern vielmehr das Endergebnis: die tatsächlich gepflanzten Bäume.
Das vom Senat im November vergangenen Jahr verabschiedete Klimaanpassungsgesetz, oft auch als „BäumePlus-Gesetz“ bezeichnet, setzt sich das ambitionierte Ziel, den Baumbestand auf eine Million Exemplare zu verdoppeln. Als erste Meilensteine hat die Politik festgelegt, dass bis zum Jahr 2027 wieder eine Zahl von 440.000 Bäumen erreicht sein muss. Mit einem aktuellen Bestand von 439.318 Straßenbäumen (Stand Ende 2025) ist dieses Zwischenziel nach Angaben der Senatsverwaltung bereits fast vollständig erreicht.
Kritik am Personalaufbau
Trotz dieser Zahlen übt Heinrich Strößenreuther, Initiator des „Volksentscheid Baum“ und Vorstand des „BaumEntscheid e.V.“, scharfe Kritik am Vorgehen des Senats. Der erfahrene Aktivist, der zuvor unter anderem für den „Volksentscheid Fahrrad“ und „GermanZero“ tätig war und 2024 aus der CDU ausgetreten ist, moniert regelmäßig, dass die Verwaltung für die gewaltige Aufgabe kaum neues Personal aufgebaut habe. Er sieht darin ein Haupthindernis für die zügige Umsetzung der gesetzlichen Vorgaben.
Unterirdische Hindernisse
Staatssekretär Kraus verweist hingegen auf die enormen technischen Herausforderungen, die sich bei der Neupflanzung in einer Metropole stellen. Besonders in dicht besiedelten Gebieten sei der Untergrund „unheimlich voll“ mit Abwasserkanälen, Strom- und Gasleitungen. „Dort noch mehr Grün in die Fläche zu bringen, noch mehr Boden zu entsiegeln, das ist eine wahnsinnig komplexe Aufgabe“, so Kraus. Die Planung erfordert daher aufwendige Abstimmungen und oft neue Pflanztechniken, um die unterirdische Infrastruktur nicht zu beschädigen.
Die Verteilung des Grüns ist zudem innerhalb Berlins höchst ungleich. Während der Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf mit rund 103 Bäumen pro Straßenkilometer die höchste Dichte aufweist, liegt Spandau mit etwa 52 Bäumen pro Kilometer deutlich darunter. Der Weg zur Million Bäume wird also nicht nur von der reinen Anzahl, sondern auch von der strategischen Verteilung und der Bewältigung der städtischen Infrastruktur bestimmt.