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Schleusenstube Wusterwitz droht Schließung trotz 113 Tieren und ausbleibenden Gästen

Die Schleusenstube Wusterwitz mit ihren 113 Tieren droht trotz des Engagements der Betreiberfamilie Thiel wegen ausbleibender Gäste zu schließen

Ein Ort am historischen Kanal

An der historischen Schleuse Wusterwitz, einem technischen Denkmal am Elbe-Havel-Kanal, steht ein Projekt vor dem Aus. Die Schleusenstube, die seit Jahren als Anlaufpunkt für Familien und Tierfreunde dient, erlebt derzeit eine dramatische Flaute. Während sich die beiden Minischweine Schnitzel und Boulette bei den extremen Hitzeperioden des vergangenen Wochenendes ausschließlich in ihrer Suhle aufhielten, blieben die menschlichen Gäste aus. Für die Betreiberfamilie Thiel ist das ein schwerer Schlag, denn der Ort beherbergt mittlerweile 113 Tiere, darunter drei Waschbären, Kamerun-Schafe und diverse Hühnerrassen, die hier ein Zuhause gefunden haben.

Von der Idee zur privaten Notlösung

Die Geschichte der Schleusenstube ist eng mit der Familie Thiel verbunden. Seit 2015 gehört das Grundstück an der Schleuse, die zwischen 1927 und 1930 erbaut wurde, der Familie. 2019 startete das Projekt als Verein, doch aufgrund anhaltender finanzieller Schwierigkeiten musste der Betrieb im Jahr 2025 auf eine private Basis umgestellt werden. Dorén Thiel, die 55-Jährige, arbeitet Vollzeit in der Justizvollzugsanstalt Brandenburg und stemmt das Projekt gemeinsam mit ihrem Mann Stephan privat. „Wir wollten hier nie reich werden“, sagt sie. Es ging immer nur darum, die Kosten zu decken und den Tieren, viele davon alt, krank oder gerettet, ein Zuhause zu geben.

Die Besucher wandern ab

Trotz des Engagements der Familie droht nun die Schließung. „Am Anfang des Jahres lief es richtig gut – und dann auf einmal: nichts mehr“, beschreibt Dorén Thiel die aktuelle Lage. Früher kamen an den Wochenenden viele Familien, Kinder beobachteten die Tiere, Radfahrer machten Pause. Jetzt sei es wie eine Wand. Die Einnahmen aus dem Café-Betrieb reichen bei weitem nicht mehr aus, um die laufenden Kosten zu decken. Zwar gibt es Unterstützung durch Sachspenden von Partnern wie Rewe und Fressnapf, doch das reicht nicht aus. Die Öffnungszeiten, aktuell samstags, sonntags und an Feiertagen von 13:00 bis 17:00 Uhr, werden kaum noch wahrgenommen.

Ein Zuhause für die Tiere bleibt Priorität

Für Dorén Thiel ist die Schleusenstube mehr als nur ein Café; es ist ein Ort, an dem Kinder Natur und Tiere erleben können, etwas, das heute immer wichtiger wird. „Viele Kinder kennen Tiere ja kaum noch richtig“, bedauert sie. Der Familiencharakter des Ortes droht verloren zu gehen, doch die Tiere werden auf keinen Fall abgegeben. „Die geben wir nicht ab“, stellt die Betreiberin klar. Wie es weitergeht, ist jedoch ungewiss. Die Familie ist ratlos und sucht dringend nach Unterstützung, sei es durch Spenden, Ratschläge oder einfach durch einen Besuch. Wer helfen möchte, findet weitere Informationen und Kontaktdaten direkt auf der Website der Schleusenstube.