Sachsen-Anhalt erhält 39,2 Millionen Euro für Sanierung und Modernisierung von Kitas bis 2032
Das Kabinett von Sachsen-Anhalt hat der Nutzung von 39,2 Millionen Euro aus dem Bundes-Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität zugestimmt, um Kindertageseinrichtungen bis 2032 zu sanieren und zu modernisieren. Sozialministerin Petra Grimm-Benne betont, dass die Mittel dazu dienen, den historischen Investitionsstau in den Gebäuden zu beheben und die Energieeffizienz zu steigern. Trotz rückläufiger Kinderzahlen soll so die bundesweit hohe Betreuungsquote und Qualität der Einrichtungen langfristig gesichert werden. Die Umsetzung erfolgt durch die Landkreise und kreisfreien Städte, die als Bewilligungsbehörden fungieren.
Sachsen-Anhalt startet eine umfassende Investitionsoffensive, um die Infrastruktur der Kindertageseinrichtungen zu sichern und zu modernisieren. Das Kabinett hat am Dienstag der Verwaltungsvereinbarung mit dem Bund zugestimmt, die den Weg für den Einsatz von 39,2 Millionen Euro ebnet. Diese Mittel stammen aus dem Sondervermögen „Infrastruktur und Klimaneutralität“, das ursprünglich als Reaktion auf die Corona-Krise und den Klimawandel eingerichtet wurde laut Bundesregierung. Die finanziellen Ressourcen können bis Ende 2032 ausgegeben werden, was eine ungewöhnlich lange Planungs- und Umsetzungsfrist ermöglicht.
Sozialministerin Petra Grimm-Benne (SPD), die ihre Expertise als ehemalige Bundesfamilienministerin einbringt, betonte die Bedeutung des Pakets für den Standort. „Mit dem 39-Millionen-Investitionspaket baut Sachsen-Anhalt seinen Standortvorteil einer hochwertigen Kita-Betreuung weiter aus“, sagte sie im Nachgang der Sitzung. Tatsächlich weist das Land eine der höchsten Betreuungsquoten für Kinder unter drei Jahren in Deutschland auf, ein Erbe, das auch nach der Wende beibehalten wurde laut Statistiken des Bundes. Angesichts der knappen Haushaltslage greift die Landesregierung den Kommunen und den freien Trägern unter die Arme, damit die Kitas fit gemacht werden für die Zukunft.
Sanierung und Energieeffizienz im Fokus
Die Investitionsmittel sind insbesondere für beschleunigte Sanierungsmaßnahmen vorgesehen, die Nachhaltigkeit und Energieeffizienz in den Fokus rücken. Ziel ist es, durch gezielte Infrastrukturinvestitionen langfristig wirtschaftlichere Betriebsstrukturen zu schaffen, etwa durch energetische Einsparungen und die Reduktion von Unterhaltungs- und Sanierungskosten. Der bestehende Investitionsstau im Bereich der öffentlichen Gebäude in Sachsen-Anhalt, der oft auf die Wiedervereinigung und die nachfolgenden Sanierungsbedarfe der 1990er Jahre zurückgeführt wird, macht es notwendig, die Einrichtungen zukunftsfähig aufzustellen.
Trotz rückläufiger Kinderzahlen sind Investitionen in die Kindertagesbetreuung dringend erforderlich, um weiterhin eine flächendeckend qualitativ hochwertige Betreuung im bundesweit beispielhaften Umfang zu gewährleisten. Das Förderprogramm wird von Landkreisen und kreisfreien Städten als Bewilligungsbehörde umgesetzt. Dafür erhalten sie eine jährliche Verwaltungspauschale in Höhe von 10.000 Euro, die der Abwicklung der Förderanträge und -kontrollen dient laut Landesregierung. Gerade unter den aktuellen Haushaltsbedingungen ist es sinnvoll, Sanierungs- und Modernisierungsbedarfe nicht weiter aufzuschieben.