Radfahrerin stürzt in Potsdam nach irritierendem Überholvorgang und zieht sich Armverletzung zu

Eine 55-jährige Radfahrerin stürzte in Potsdam nach einem Überholmanöver und zog sich eine schwere Armverletzung zu. Die Polizei prüft nun, ob die Mindestabstände eingehalten wurden.

Am Donnerstagmorgen, den 16. Juli 2026, gegen 8.15 Uhr ereignete sich auf dem Radweg in der Neuendorfer Straße in Potsdam ein schwerer Verkehrsunfall, der die Aufmerksamkeit der Polizei auf sich zog. Eine 55-jährige Radfahrerin war zu diesem Zeitpunkt in Richtung Nuthestraße unterwegs. Wie ein Sprecher der Polizei bestätigte, wollte die Frau nach links abbiegen und hatte dies bereits durch ein deutliches Handzeichen signalisiert.

In genau diesem Moment wurde sie von einem 62-jährigen Radfahrer überholt. Die plötzliche Annäherung des anderen Fahrers soll die 55-Jährige derart irritiert haben, dass sie die Kontrolle über ihr Fahrrad verlor und stürzte. Durch den Sturz zog sich die Frau eine schwere Verletzung am Arm zu. Rettungskräfte waren vor Ort, um die Verletzte zu versorgen und sie anschließend für weitere Behandlungen in ein umliegendes Krankenhaus zu bringen.

Ermittlungen zur Unfallursache

Die Polizei hat den Vorfall registriert und umgehend Ermittlungen zur genauen Unfallursache eingeleitet. Ein zentraler Punkt der Untersuchungen wird sein, ob bei dem Überholvorgang die gesetzlichen Mindestabstände eingehalten wurden. Auf Radwegen gilt in der Regel eine Mindestüberholbreite von 1,5 Metern, die bei solchen Manövern einzuhalten ist. Die Beamten prüfen nun alle Umstände, um festzustellen, ob hier ein Regelverstoß vorlag.

Infrastruktur und Verkehrssicherheit im Fokus

Der Unfallort in der Neuendorfer Straße, die im Potsdamer Stadtteil Drewitz liegt, steht aktuell im Kontext einer breiteren Debatte um die Verkehrssicherheit in der Landeshauptstadt. Potsdam arbeitet intensiv an einem neuen Radverkehrskonzept, das das bisherige Planungsziel von 2017 ersetzen soll. Ein erster Entwurf für dieses Konzept war bereits im Sommer 2025 vorgesehen, um die Sicherheit für Radfahrer dauerhaft zu erhöhen. Der Vorfall unterstreicht die Dringlichkeit solcher Maßnahmen, da Unfälle im Radverkehr auch in Brandenburg weiterhin ein wiederkehrendes Thema darstellen.

Zudem prägen umfangreiche Baumaßnahmen im Hauptstraßennetz das Jahr 2026. Die kürzlich abgeschlossene Baustelle an der Nuthestraße-Brücke (Horstweg) bis Mai 2026 könnte die Verkehrsführung in der Vergangenheit beeinflusst haben, während aktuelle Arbeiten an anderen Stellen die Verkehrssicherheit weiter herausfordern. Solche veränderten Bedingungen auf Radwegen werden in der aktuellen Statistik des Landes Brandenburg für 2025 und 2026 genauer betrachtet, um Unfallschwerpunkte zu identifizieren und gezielt entgegenzuwirken. Die Polizei wird die Ermittlungen fortsetzen, um die genauen Abläufe des Geschehens aufzuklären.