Potsdamer Klinikpatient flüchtet und wird festgenommen

Ein Patient der Psychiatrischen Fachklinik des Klinikums Ernst von Bergmann ist am Samstagabend unerlaubt entwichen und nach einem Polizeieinsatz festgenommen worden, wobei ein Beamter leichte Verletzungen erlitt

Potsdamer Klinikpatient flüchtet und wird festgenommen
Symbolfoto · Foto: Max Fleischmann / Unsplash

Ein Patient der Psychiatrischen Fachklinik in Potsdam ist am Samstagabend unerlaubt aus dem Krankenhaus entwichen. Die Flucht endete nach einem mehrstündigen Polizeieinsatz mit einer Festnahme und der Rückführung des Mannes. Ein Beamter kam dabei zu kurzzeitigen Verletzungen.

Zeugen hatten die Polizei am Samstagabend gegen 21.30 Uhr alarmiert, nachdem sie den Patienten aus der Fachabteilung des Klinikums flüchtig beobachtet hatten. Die Beamten leiteten umgehend Fahndungsmaßnahmen ein und konnten den Mann schnellstmöglich orten. Als die Polizei versuchte, ihn zur Rückkehr in die Klinik zu bewegen, wehrte sich der Patient heftig. Er versuchte, sich aus dem Haltegriff der Beamten zu lösen und schlug ungezielt um sich.

Einsatzmittel und Verletzungen

Um die Situation zu bewältigen, drohten die Einsatzkräfte zunächst mit dem Einsatz eines Taser (Distanzelektroimpulsgerät). Diese Warnung führte jedoch nicht zu einer Verhaltensänderung des Mannes. Erst nach Eintreffen weiterer Unterstützungskräfte gelang es den Beamten, den Widerstand zu brechen. Der Patient wurde schließlich fixiert und wieder in die Fachklinik zurückgebracht.

Im Zuge der Maßnahme erlitt ein Polizeibeamter leichte Verletzungen, blieb aber dienstfähig. Da der Mann sich aktiv gegen die polizeilichen Anordnungen zur Wehr gesetzt hatte, leitet die Polizei nun Ermittlungen wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte ein.

Hintergrund der Klinik und rechtliche Folgen

Der Vorfall ereignete sich in der Nähe der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Klinikums Ernst von Bergmann. Diese Einrichtung gehört zu den wichtigsten psychiatrischen Versorgungszentren in der Landeshauptstadt und bietet sowohl stationäre als auch teilstationäre Behandlungen an.

Gegen den Patienten wird nun gemäß § 113 des Strafgesetzbuches (StGB) ermittelt. Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte ist ein Delikt, das mit einer Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren geahndet werden kann. Die Polizei Brandenburg führt Distanzelektroimpulsgeräte seit einer Erprobungsphase im Jahr 2021 als Ergänzung zwischen Schlagstock und Schusswaffe im Einsatz. Solche Geräte wirken durch Stromimpulse, die Nerven und Muskeln kurzzeitig handlungsunfähig machen; in diesem Fall kam das Gerät jedoch nicht zum Einsatz, da die Beamten aufgrund der Eskalation der Situation auf körperliche Gewalt zurückgriffen, um den Mann zu fixieren.