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Potsdam ruft zum Internationalen Plastiktütenfreien Tag am 3. Juli auf

Am 3. Juli ruft Potsdam zum Internationalen Plastiktütenfreien Tag auf und fordert Bürger auf, im Alltag auf Einwegplastik zu verzichten

Am 3. Juli rückt der Internationale Plastiktütenfreie Tag erneut in den Fokus. Die globale Initiative, die bereits 2009 initiiert wurde und seit 2011 jährlich stattfindet, will auf die massive Umweltbelastung durch Einwegplastik aufmerksam machen. Auch in Potsdam ist die Stadt aufgerufen, an diesem Tag ein deutliches Zeichen gegen unnötigen Müll zu setzen. Plastikabfälle gehören zu den drängendsten Umweltproblemen unserer Zeit: Sie verschmutzen Böden und Gewässer, gefährden Tiere und gelangen als Mikroplastik in unsere Nahrungskette.

Rechtliche Lage und aktuelle Zahlen

In Deutschland wurde bereits ein wichtiger Schritt unternommen, um die Umwelt zu entlasten. Seit dem 1. Januar 2022 gilt gemäß § 5 Abs. 2 des Verpackungsgesetzes (VerpackG) ein Verbot für das Abgeben leichter Kunststofftragetaschen. Diese Maßnahme ist eine direkte Umsetzung der EU-Einwegkunststoffrichtlinie. Dennoch entsteht weiterhin eine enorme Menge an Einwegplastik. Besonders betroffen sind dünne Obst- und Gemüsetüten, sogenannte „Hemdchenbeutel", die vom Verbot ausgenommen sind, da sie eine Wandstärke unter 15 Mikrometern aufweisen.

Die Zahlen verdeutlichen das Ausmaß des Problems: Allein im Jahr 2023 wurden in Deutschland rund 2,2 bis 3 Milliarden dieser Tüten verbraucht. Das entspricht etwa 27 Stück pro Kopf. Einwegplastiktüten sind typische Wegwerfprodukte, die im Schnitt nur etwa 20 Minuten genutzt werden, in der Umwelt jedoch Jahrzehnte verbleiben.

Bioplastik ist keine Alternative

Oft wird auf vermeintlich umweltfreundliche Alternativen wie Bioplastiktüten ausgewichen. Doch auch diese lösen das Problem nicht. Wie Experten betonen, lassen sich diese Tüten kaum recyceln. Ihr Anbau erfolgt häufig in ressourcenintensiven Monokulturen, und in der Umwelt bauen sie sich kaum schneller ab als herkömmliches Plastik. Selbst als „biologisch abbaubar" gekennzeichnete Tüten zerfallen nicht schnell genug und verleiten Verbraucher oft zu einer falschen Entsorgung.

„Müllvermeidung beginnt nicht erst mit großen Entscheidungen, sondern bereits mit kleinen Schritten. Wenn wir in Potsdam gemeinsam auf Plastiktüten verzichten, zeigen wir, dass nachhaltiges Handeln für alle möglich ist und, dass wir unsere Stadt aktiv mitgestalten", so Nicole Prestin, Bereichsleiterin des öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgers der Landeshauptstadt. Sie ist eine zentrale Ansprechpartnerin für Abfallfragen und Abfallberatung in Potsdam.

Handlungsoptionen für die Bürger

Der wirksamste Hebel liegt bei den Entscheidungen, die wir jeden Tag im Alltag treffen. Um den Verbrauch drastisch zu senken, empfiehlt die Stadt den Verzicht auf Einwegprodukte zugunsten von langlebigen Alternativen wie Stoffbeuteln oder Körben. Zudem wird dazu aufgerufen, Obst und Gemüse unverpackt einzukaufen und den Konsum kritisch zu hinterfragen. Jede eingesparte Tüte ist ein Gewinn für die Umwelt, und Potsdam bietet zahlreiche Möglichkeiten, plastikfrei einzukaufen.