Polizei sichert Waffen und erwischt 23-Jährigen mit 1,15 Promille in Buckau

Die Polizei hat in Buckau einen 23-Jährigen mit 1,15 Promille im Fahrzeug festgenommen und dabei mehrere Waffen sichergestellt

Symbolfoto · Foto: G-R Mottez / Unsplash

Eine aufmerksame Zeugin sorgte am Donnerstagmorgen (09.07.) dafür, dass die Polizei einen mutmaßlich alkoholisierten Autofahrer auf einem Tankstellengelände im Magdeburger Stadtteil Buckau festnahm. Die Frau hatte gegen 8.30 Uhr beobachtet, wie ein 23-jähriger Deutscher an der Tankstelle alkoholische Getränke kaufte. Da der Mann dabei bereits den Eindruck erweckte, unter Alkoholeinfluss zu stehen, stieg er zwar in sein Fahrzeug, fuhr aber nur kurz aus dem Sichtfeld der Zeugin, bevor er im hinteren Bereich des Geländes zum Stillstand kam. Die Zeugin verständigte umgehend die Polizei, die wenig später das Fahrzeug auffand.

Im Inneren des Wagens schlief der 23-Jährige. Bei der anschließenden Kontrolle bestätigte sich der Verdacht der Alkoholisierung. Ein Atemalkoholtest ergab einen vorläufigen Wert von 1,15 Promille. Dieser Wert ist juristisch von großer Bedeutung: In Deutschland liegt die Grenze für eine strafbare Trunkenheitsfahrt gemäß § 316 StGB bei 1,1 Promille. Werte zwischen 0,5 und 1,09 Promille gelten zwar als Ordnungswidrigkeit, führen aber ab 1,1 Promille zwingend zu einem Strafverfahren. Damit drohen dem jungen Mann nicht nur eine Geld- oder Freiheitsstrafe, sondern auch ein Fahrverbot von mindestens einem Monat und zwei Punkte in Flensburg. Zudem muss er mit einem Entzug der Fahrerlaubnis und der Anordnung einer medizinisch-psychologischen Untersuchung (MPU) rechnen.

Waffen im Fahrzeug entdeckt

Während der weiteren polizeilichen Maßnahmen fiel den Beamten zudem auf, dass sich mehrere Waffen im Fahrzeug befanden. Diese wurden sofort sichergestellt. Der Besitz von Waffen im Fahrzeug ohne entsprechenden Waffenschein oder eine gültige Erlaubnis stellt einen Verstoß gegen das Waffengesetz (WaffG) dar und führt zu einem unabhängigen, weiteren Strafverfahren. Die Polizei Magdeburg hat daher parallel zwei Ermittlungsverfahren eingeleitet: eines wegen Trunkenheit im Straßenverkehr und eines wegen des Verstoßes gegen das Waffengesetz.

Dem Beschuldigten wurde eine Blutprobe entnommen, um den Alkoholwert endgültig zu verifizieren. Da keine Haftgründe wie Fluchtgefahr vorlagen, konnte der 23-Jährige die Polizeidienststelle nach Abschluss der ersten Maßnahmen wieder verlassen. Der Vorfall unterstreicht erneut die Bedeutung von Zivilcourage: Ohne das Eingreifen der Zeugin wäre der Mann möglicherweise weitergefahren und hätte ein hohes Unfallrisiko für sich und andere Verkehrsteilnehmer dargestellt. Der Stadtteil Buckau, bekannt für seine historische Industrievergangenheit im Südosten der Stadt, war in der Vergangenheit bereits mehrfach Schauplatz polizeilicher Einsätze, doch der Fund von Waffen in Kombination mit einer betrunkener Fahrt stellt einen besonders schweren Vorfall dar.