Philipp Saum zeigt Textilverarbeitung in Brandenburg

Museumspädagoge Philipp Saum vom Freilichtlabor Lauresham zeigt bei der Archäotechnica in Brandenburg, wie im Frühmittelalter mit Handspindel und Webstuhl Textilien entstanden

Philipp Saum zeigt Textilverarbeitung in Brandenburg
Symbolfoto · Foto: Jos Zwaan / Unsplash

Die Archäotechnica 2026 öffnet am 1. und 2. August ihre Tore im Archäologischen Landesmuseum Brandenburg. In diesem Jahr steht die Veranstaltung ganz im Zeichen einer modischen Reise durch die Epochen: Unter dem Motto „Fasern, Kleider, Schmückendes – Mensch und Mode durch die Jahrtausende“ werden Besucherinnen und Besucher eingeladen, die Entwicklung von Kleidung, Kosmetik und Körpermodifikation von der Steinzeit bis in die frühe Neuzeit nachzuvollziehen. Als einer der zentralen Akteure wird Museumspädagoge Philipp Saum dabei auf den Spuren der Textilverarbeitung wandeln.

Saum arbeitet für die Staatlichen Schlösser und Gärten Hessen am UNESCO-Welterbe Kloster Lorsch. Sein Wirkungskreis ist das Freilichtlabor Lauresham, eine 2014 eröffnete 1:1-Rekonstruktion eines frühmittelalterlichen Zentralhofs aus dem 8. und 9. Jahrhundert. Auf einer Fläche von 4,1 Hektar werden dort nicht nur Gebäude, sondern auch landwirtschaftliche Flächen und die Haltung von Nutztieren authentisch nachgebaut, um das Leben unter der Grundherrschaft des Frühmittelalters erlebbar zu machen. Für Saum ist dies mehr als nur ein Arbeitsplatz; er verbindet hier die Theorie der experimentellen Archäologie mit praktischer Anwendung.

Hands-on im Freilichtlabor

Im Zentrum von Saums Tätigkeit steht eine ausgeprägte Hands-on-Mentalität. Alte Handwerkstechniken werden im Lauresham-Labor nicht bloß theoretisch erläutert, sondern live vorgeführt und erprobt. Sein besonderes Augenmerk gilt dabei der Textilverarbeitung. Mit Werkzeugen wie der Handspindel und dem Gewichtswebstuhl experimentiert er mit Wolle und demonstriert, wie aus rohem Material fertige Stoffe entstehen.

Bei der Archäotechnica wird Philipp Saum diesen Prozess für die Besucherinnen und Besucher nachvollziehbar machen. Er zeigt, wie Wolle gereinigt, gekämmt und für die Weiterverarbeitung vorbereitet wird. Diese fundamentalen Arbeitsschritte bilden die Basis für die Fertigung von Kleid, Mantel und weiteren Textilien, die in der Vergangenheit den menschlichen Alltag prägten. Als Teil des UNESCO-Welterbes Kloster Lorsch untersteht das Labor einer wissenschaftlichen Begleitung, unter anderem durch die Universität Hamburg, was die Authentizität der gezeigten Techniken unterstreicht.

Veranstaltungsdetails und Eintritt

Die Archäotechnica ist eine jährliche Großveranstaltung des BLDAM (Brandenburgisches Landesmuseum für Denkmalpflege und Archäologisches Landesmuseum), bei der Wissenschaftler und Handwerker alte Techniken und Modetrends demonstrieren. Nach Schwerpunkten wie Technik oder Alltagsleben in vorangegangenen Jahren rückt nun die Kleidung und ihre kulturelle Bedeutung in den Fokus.

Die Veranstaltung findet am 1. und 2. August im Archäologischen Landesmuseum Brandenburg statt. Für aktuelle Öffnungszeiten und Eintrittspreise wenden Sie sich bitte direkt an das Museum oder besuchen Sie die Webseite des Museums.