Sonnenfinsternis und Perseiden auf der Habichtwiese
Am 12. August 2026 bietet der Himmel über Potsdam eine seltene Doppelbeobachtung aus partieller Sonnenfinsternis und dem Perseiden-Meteorschauer, die auf der Habichtwiese unter fachkundiger Anleitung zu erleben ist
Am 12. August 2026 bietet der Himmel über Potsdam ein seltenes Schauspiel: Zwei astronomische Großereignisse treten an einem einzigen Abend in Erscheinung. Zunächst schiebt sich der Mond vor die Sonne, um kurz nach 20 Uhr ihr Maximum zu erreichen. Im Anschluss daran, sobald die Dämmerung endet, ziehen die Perseiden über den Nachthimmel. Beide Phänomene lassen sich unter fachkundiger Anleitung direkt vor Ort beobachten.
Zeitplan der Himmelsereignisse
Die partielle Sonnenfinsternis beginnt in Potsdam um 19:15 Uhr. Ab diesem Moment verdeckt der Mond zunehmend die Sonnenscheibe. Um 20:08 Uhr erreicht das Ereignis seinen Höhepunkt: Dann verschwinden etwa 85 Prozent der Sonne hinter dem Mond. Zurück bleibt nur eine leuchtende Sichel knapp über dem Westhorizont.
Ein wichtiges Detail für die Beobachter: Das Ende der Finsternis ist von hier aus nicht mehr sichtbar, da die Sonne bereits um 20:38 Uhr untergeht. Wer das vollständige Schauspiel bis zum Schluss verfolgen möchte, müsste sich in einen anderen Beobachtungsort begeben, wo die Sonne länger am Himmel steht. Für Potsdamer Beobachter bedeutet das jedoch einen spektakulären Ausklang der Dämmerung.
Sicherheit geht vor
Ein direkter Blick auf die Sonne ist ohne geeigneten Schutz lebensgefährlich und kann zu irreversiblen Augenschäden oder sogar zur Erblindung führen. Normale Sonnenbrillen, selbst solche mit sehr dunklen Gläsern, bieten keinen ausreichenden Schutz vor der intensiven Strahlung.
Nur spezielle Finsternisbrillen aus dem Fachhandel, die den Sicherheitsstandards entsprechen, erlauben den sicheren Blick auf das Himmelsereignis. Diese Filter reduzieren die Lichtmenge und die Wärmestrahlung auf ein harmloses Maß. Die Veranstalter werden vor Ort ebenfalls auf die Notwendigkeit des Schutzes hinweisen und entsprechende Ausrüstung bereithalten oder empfehlen.
Beobachtung auf der Habichtwiese
Die gemeinsame Beobachtungsveranstaltung findet auf der Habichtwiese im Norden Potsdams (Bornstedt) statt. Der Nachbarschaftsverein „StadtrandELFen e.V.“ nutzt das Gelände als Begegnungsort, an dem Naturerfahrung und Gemeinschaft Hand in Hand gehen. An diesem Abend öffnen sich die Pforten des Areals für alle Interessierten, die die Sterne und die Sonne gemeinsam entdecken wollen.
Urania und Lange Nacht der Astronomie
Die Veranstaltung wird vom URANIA-Planetarium Potsdam fachlich begleitet. Das Planetarium nimmt im Rahmen der bundesweiten „Lange Nacht der Astronomie“ teil, einem Netzwerk astronomischer Beobachtungsabende, das an vielen Standorten in Deutschland stattfindet.
Unter Anleitung der Experten des Urania können die Besucher mit hochwertigen Fernrohren die sichelförmige Sonne und später den Meteorschauer beobachten. Zusätzlich zu den Beobachtungen bieten die Astronomen kurze Vorträge an, die den Hintergrund der Ereignisse erklären.
Der Höhepunkt der Perseiden
Sobald die Sonne hinter dem Horizont verschwunden ist und die Dunkelheit einbricht, beginnt der zweite Teil des Programms: Der Meteorschauer der Perseiden. Das Maximum dieses Sternschnuppen-Regens tritt in der Nacht zum 13. August auf.
Die Perseiden sind Trümmer des Kometen Swift-Tuttle, die die Erde auf ihrer Umlaufbahn jedes Jahr im August durchquert. Wenn diese Partikel in die Erdatmosphäre eintreten, verglühen sie und hinterlassen helle Lichtstreifen am Himmel. Da die Helligkeit der Sonne zu diesem Zeitpunkt bereits abgeklungen ist, bieten sich optimale Bedingungen für die Beobachtung der vielen Sternschnuppen, die pro Stunde den Himmel zieren können.
Rahmenbedingungen für den Besuch
Da die Beobachtung der Himmelskörper stark vom Wetter abhängt, ist die Veranstaltung bei starker Bewölkung oder Regen gefährdet. In solchen Fällen muss die Beobachtung eventuell abgesagt oder stark verkürzt werden. Wer auf der sicheren Seite sein möchte, sollte die aktuellen Wettervorhersagen am Tag des Ereignisses im Blick behalten.
Weitere Informationen zur Veranstaltung, zur genauen Treffzeit und zur Anreise finden Interessierte auf der Webseite der Lange Nacht der Astronomie. Der Eintritt zu den Beobachtungen auf der Habichtwiese ist in der Regel kostenfrei, Spenden für den Erhalt des Naturraums sind jedoch willkommen.