OB Keip ruft Bürger in Brandenburg an der Havel auf
Sommerhitze und Urlaubszeit lassen die Blutspenden in Brandenburg an der Havel sinken, während der Bedarf unverändert hoch bleibt. Oberbürgermeister Daniel Keip ruft die Bürger auf, in dieser kritischen Phase zu spenden
Sommerliche Knappheit trotz konstantem Bedarf
Urlaubszeit und Hitze sind für die Blutversorgung in Brandenburg an der Havel eine klassische Herausforderung. Jeder Sommer führt dazu, dass die Zahl der Blut- und Plasmaspenden deutlich sinkt, während der Bedarf in den Krankenhäusern und für die medizinische Herstellung von Medikamenten unverändert hoch bleibt. Gerade in dieser kritischen Phase hat Oberbürgermeister Daniel Keip kürzlich im Blut- und Plasmaspendedienst Haema in der Geschwister-Scholl-Straße ein Bild von der aktuellen Lage gemacht. Im Spendesaal ließ sich der neue Stadtoberhaupt den Weg von der Anmeldung bis zur eigentlichen Spende erklären, um die Bedeutung des Engagements vor Ort zu unterstreichen.
Keip ermutigte die Bürgerinnen und Bürger, die Möglichkeit zur Spende zu nutzen: „Gerade in der Sommerzeit ist es wichtig, dass wir gemeinsam Verantwortung übernehmen. Wer gesund ist und die Möglichkeit hat, sollte sich die Zeit für eine Blut- oder Plasmaspende nehmen.“ Der Besuch ist einer der ersten offiziellen Termine des neuen Amtsinhabers, der seit März 2026 die Geschicke der Stadt leitet und seinen Vorgänger Steffen Scheller, der nach 20 Jahren im Amt schied, abgelöst hat.
Neue Infrastruktur und bundesweites Phänomen
Die Versorgungssicherheit in der Region wurde durch die Eröffnung des Haema-Zentrums im historischen „Brennabor“-Gebäude im November 2023 deutlich gestärkt. Das fest installierte Zentrum steht seitdem für Vollblut- und Plasmaspenden zur Verfügung. Dennoch gilt auch hier die bekannte Problematik: Laut Angaben des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) können während Hitzewellen und Ferienzeiten bis zu 40 Prozent weniger Blutspenden eintreffen. Dieses bundesweite Phänomen macht sich in Brandenburg an der Havel durch die Kombination aus sommerlichen Temperaturen und dem Urlaubsverhalten der Bevölkerung besonders spürbar.
Wer spenden möchte, muss bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Spenden darf grundsätzlich, wer mindestens 18 Jahre alt ist, mehr als 50 Kilogramm wiegt und sich gesund und fit fühlt. Vor jeder Spende steht ein medizinischer Gesundheitscheck, bei dem Blutdruck, Puls, Körpertemperatur und der Hämoglobinwert gemessen werden. Ein gültiger Personalausweis ist zwingend mitzubringen. Die zeitlichen Abstände sind gesetzlich geregelt: Zwischen zwei Vollblutspenden müssen mindestens 56 Tage liegen. Innerhalb von zwölf Monaten dürfen Frauen viermal und Männer sechsmal spenden.
Termine und Anmeldehinweise
Für Bürgerinnen und Bürger in Brandenburg an der Havel gibt es mehrere Anlaufstellen. Das Deutsche Rote Kreuz lädt beispielsweise an diesem Donnerstag, dem 23. Juli, von 14 bis 18.30 Uhr in den Rolandsaal des Altstädtischen Rathauses am Altstädtischen Markt 10 ein. Eine Terminreservierung wird dringend empfohlen. Weitere Termine beim Kreisverband des DRK folgen am 13. August von 15 bis 19 Uhr in der Grünen Aue 6 sowie am 19. August erneut im Rolandsaal.
Das Haema-Zentrum in der Geschwister-Scholl-Straße 2 nimmt Spenden montags, dienstags, donnerstags und freitags von 7 bis 19.30 Uhr entgegen, mittwochs von 12 bis 18 Uhr. Auch hier wird eine Terminvereinbarung empfohlen, die telefonisch unter 03381 3967530 oder online möglich ist. Eine wichtige Besonderheit bei Haema ist die räumliche Einschränkung: Der gemeldete Wohnsitz der Spender darf höchstens 60 Kilometer vom Spendezentrum entfernt liegen. Diese Vorgabe stellt für Menschen aus weiter entfernten Gemeinden eine Hürde dar, die bei der Planung der Spende berücksichtigt werden muss.