Niedrigwasser legt amerikanische 50-Kilogramm-Fliegerbombe im Magdeburger Herrenkrug frei
Ein Angler entdeckte bei Niedrigwasser im Magdeburger Elbuferbereich eine amerikanische 50-Kilogramm-Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg, die aufgrund fehlenden Zündplättchens keine Gefahr darstellte
Ein entspannter Sonntagnachmittag am 19. Juli 2026 endete für einen Angler im Magdeburger Elbuferbereich mit einer historischen, aber glücklichen Entdeckung. Gegen 15:00 Uhr stieß der Mann zwischen den Stadtteilen Herrenkrug und Lostau auf einen metallischen Gegenstand, der aufgrund des aktuellen Niedrigwasserstands teilweise aus dem Flussbett ragte. Schnell reifte der Verdacht, dass es sich um ein Relikt aus dem Zweiten Weltkrieg handeln könnte. Die alarmierten Einsatzkräfte sperrten den betroffenen Uferabschnitt umgehend weiträumig ab und zogen sofort Experten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes (KBD) hinzu.
Keine Explosionsgefahr durch fehlendes Zündplättchen
Die Spezialisten des KBD Sachsen-Anhalt, der für den Raum Magdeburg zuständig ist, konnten vor Ort schnell Entwarnung geben. Bei dem Fundkörper handelte es sich um eine amerikanische 50-Kilogramm-Fliegerbombe. Da das entscheidende Zündplättchen an der Bombe nicht mehr vorhanden war, stuften die Experten die Situation als stabil ein. Ein Risiko für die Bevölkerung bestand aufgrund der abgelegenen Einsatzörtlichkeit zu keiner Zeit. Aufwendige Evakuierungen oder Straßensperrungen, wie sie bei Bombenfunden in dicht besiedelten Gebieten häufig nötig sind, blieben den Anwohnern dieses Mal erspart. Der KBD transportierte die Fliegerbombe schließlich fachgerecht ab, um sie kontrolliert zu vernichten.
Historischer Hintergrund: Magdeburgs Belastung durch Weltkriegsmunition
Der Fund unterstreicht die anhaltende Belastung der Region durch Blindgänger aus der Kriegszeit. Magdeburg war im Zweiten Weltkrieg Ziel von 38 alliierten Luftangriffen. Der schwerste dieser Angriffe fand am 16. Januar 1945 statt, als etwa 12.500 Tonnen Bomben auf die Stadt niedergingen. Diese Verwüstung führte dazu, dass rund 60 Prozent der Bausubstanz zerstört wurden und tausende Menschen ums Leben kamen oder obdachlos wurden. Amerikanische 50-Kilogramm-Bomben gehörten zu den häufigen Leichtbomben, die oft für Angriffe auf Infrastruktur oder kleinere Ziele eingesetzt wurden.
Regelmäßige Funde trotz jahrzehntelanger Räumung
Der Kampfmittelbeseitigungsdienst ist in zwei Räumtrupps in Magdeburg und Dessau-Roßlau sowie einem Munitionslager organisiert und führt regelmäßig Bergungen durch. Da Fundmunition ausschließlich von diesem Dienst gehandhabt werden darf, ist die schnelle Reaktion der Einsatzkräfte bei solchen Vorkommnissen entscheidend für die öffentliche Sicherheit.