Medizinische Task Force 20 trainiert Ernstfall in Schnöggersburg mit 140 Kräften

Die Medizinische Task Force 20 trainiert am Samstag mit 140 Kräften den Ernstfall in der Übungsstadt Schnöggersburg, was im Norden Magdeburgs und im Landkreis Börde zu erhöhtem Einsatzfahrzeugverkehr führt

Medizinische Task Force 20 trainiert Ernstfall in Schnöggersburg mit 140 Kräften
Symbolfoto · Foto: Nico Knaack / Unsplash

Wer am Samstagvormittag, dem 18. Juli, vermehrt Rettungs- und Einsatzfahrzeuge im Norden Magdeburgs oder im Landkreis Börde beobachtet, muss sich keine Sorgen machen. Hintergrund ist eine groß angelegte Zivilschutzübung der Medizinischen Task Force 20 (MTF 20), die den Ernstfall trainiert. Die Stadt Magdeburg sowie die beteiligten Behörden haben die Bevölkerung bereits vorab informiert, um Verunsicherungen zu vermeiden.

Die Übung findet auf dem Truppenübungsplatz Altmark in der Übungsstadt Schnöggersburg statt. Dieses Gelände gilt als die größte Anlage ihrer Art in Europa. Zwischen 2012 und 2017 errichtet, dient die Stadt als realitätsnahes Modell für moderne Großstadtstrukturen. Sie verfügt über 500 Gebäude, eine künstliche Autobahn, einen Flusslauf, einen U-Bahn-Tunnel sowie eine funktionierende Übungskanalisation. In diesem komplexen Umfeld simulieren die Einsatzkräfte verschiedene Szenarien, die bei zerstörter Infrastruktur oder einem Massenanfall von Verletzten auftreten könnten.

Erhöhtes Verkehrsaufkommen im Raum Magdeburg

Im Tagesverlauf, insbesondere zwischen 7 und 9 Uhr, ist mit einem deutlich erhöhten Aufkommen von Einsatzfahrzeugen im Raum Magdeburg und im Landkreis Börde zu rechnen. Die Übungsleitung bittet alle Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer ausdrücklich um Verständnis sowie um erhöhte Aufmerksamkeit, wenn sich Konvois in Richtung Colbitz-Letzlinger Heide bewegen.

Es handelt sich dabei ausschließlich um eine geplante Übung. Eine Gefährdung für die Bevölkerung besteht nicht. Wichtig ist zudem: Die reguläre Notfallversorgung bleibt während der gesamten Übung uneingeschränkt sichergestellt. Für tatsächliche Notfälle stehen jederzeit ausreichend Einsatzkräfte und Rettungsmittel zur Verfügung.

Einmalige Zusammenarbeit von 140 Kräften

An der MTF 20 sind bis zu 140 Einsatzkräfte verschiedener Katastrophenschutzeinheiten beteiligt. Die Teilnehmer kommen aus den Landkreisen Altmarkkreis Salzwedel, Börde, Jerichower Land, Stendal sowie aus der Landeshauptstadt Magdeburg. Im Alltag sind diese Helfer in den regulären Fachdiensten und Einheiten des Katastrophenschutzes des Landes Sachsen-Anhalt tätig.

Erstmals kommen die Kräfte nun zu einer gemeinsamen Übung in dieser Größenordnung zusammen. Für den Einsatz der Medizinischen Task Force werden sie organisationsübergreifend zusammengeführt. Ziel ist es, die Zusammenarbeit der beteiligten Fachdienste und Organisationen weiter zu verbessern, Einsatzabläufe zu optimieren und die Kommunikation zwischen den einzelnen Einheiten zu stärken. Unter realitätsnahen Bedingungen wird geprüft, wie die Koordination in einem solchen Krisenfall funktioniert.

Standardisierte Einheit für den Zivilschutz

Die Medizinische Task Force ist eine bundesweit standardisierte Einsatzabteilung für den Zivil- und Katastrophenschutz. Sie kommt vor allem bei großflächigen Schadenslagen, zerstörter Infrastruktur oder bei einem Ausfall beziehungsweise einer Überlastung bestehender Rettungs- und Versorgungsstrukturen zum Einsatz. Die Einheiten sind arztbesetzte taktische Einheiten, die speziell für den Einsatz bei Massenanfall von Verletzten (MANV) konzipiert sind.

Bundesweit stehen insgesamt 61 solcher Medizinischen Task Forces bereit. In Sachsen-Anhalt sind drei Einheiten stationiert: neben der MTF 20 Altmark die MTF 21 Harz sowie die MTF 22 Anhalt/Wittenberg. Jede dieser Einheiten ist für unterschiedliche Regionen des Landes zuständig. Die Übung am 18. Juli markiert somit einen wichtigen Meilenstein für die regionale Krisenvorsorge in der Altmark und dem nördlichen Sachsen-Anhalt.