LIT:potsdam erweitert 2026 nach Brandenburg an der Havel, Ulrich Woelk liest

Ulrich Woelk liest am 7. Juli in der St. Johanniskirche, womit das LIT:potsdam 2026 erstmals sein Programm nach Brandenburg an der Havel ausdehnt

Die 14. Ausgabe des Literaturfestivals LIT:potsdam erweitert ihr Programm erstmals über die Stadtgrenzen hinaus. Am 7. Juli liest der Schriftsteller und ehemalige Astrophysiker Ulrich Woelk in der historischen St. Johanniskirche in Brandenburg an der Havel – ein klares Signal für die neue regionale Ausrichtung des Festivals.

Programm

Unter dem Leitmotiv „Die Sprache der Sterne“ läuft das Festival vom 30. Juni bis zum 5. Juli 2026. Neben Lesungen und Diskussionen in Potsdam finden nun auch Veranstaltungen an ausgewählten Orten in Brandenburg an der Havel statt. Das Programm verknüpft Literatur, Wissenschaft und gesellschaftliche Themen und bietet neben internationalen Autor*innen auch Stimmen aus der Raumfahrt und Forschung, darunter ESA‑Astronautin Samantha Cristoforetti und ESA‑Generaldirektor Josef Aschbacher.

Ulrich Woelk

Ulrich Woelk, geboren am 18. August 1960 in Bonn, studierte Physik und Philosophie, bevor er bis 1995 als Astrophysiker tätig war. Seitdem hat er sich der Literatur gewidmet und mehrere Romane veröffentlicht, darunter „Die Einsamkeit des Astronomen“ und „Der Sommer meiner Mutter“. Für sein Werk erhielt er u. a. den Aspekte‑Literaturpreis 1990 und den Alfred‑Döblin‑Preis 2019. In seiner Lesung wird er Passagen aus beiden Romanen vortragen, die das Spannungsfeld zwischen persönlicher Erinnerung und kosmischer Perspektive beleuchten.

St. Johanniskirche

Die St. Johanniskirche, ursprünglich eine Franziskanerklosterkirche aus dem 13. Jahrhundert, wurde im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt. Eine umfassende Sanierung von 2013 bis 2015, die 3,7 Millionen Euro kostete, hat das Bauwerk wieder zu einem modernen Veranstaltungsort für Kultur‑Events gemacht. Die Akustik und die historischen Mauern bieten einen eindrucksvollen Rahmen für literarische Lesungen.

Brandenburg an der Havel

Mit 73 945 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2025) ist Brandenburg an der Havel die drittgrößte kreisfreie Stadt Brandenburgs. Die Stadt positioniert sich zunehmend als regionales Zentrum für Kultur und Wissenschaft und profitiert von ihrer Lage an der Havel sowie von einer lebendigen Kulturszene, die durch das Festival weiter belebt wird.

Organisation

Den künstlerischen Leiter des Festivals bildet der Literaturkritiker Denis Scheck, der 2026 zum vierten Mal die künstlerische Leitung übernimmt. Scheck betont die Verbindung von Literatur und Astronomie, um neue Perspektiven auf gesellschaftliche Wandel und Zukunftsfragen zu eröffnen. Das Festival, 2013 gegründet, hat sich seit seiner Gründung zu einem interdisziplinären Ereignis entwickelt, das über reine Literaturveranstaltungen hinausgeht und Themen aus Politik, Wissenschaft und Raumfahrt integriert.

Tickets und weitere Informationen zum gesamten Programm sind online erhältlich. Interessierte können über die offizielle Ticketplattform Plätze für die Lesung in der St. Johanniskirche sowie für die übrigen Veranstaltungen buchen.