Rathenow präsentiert am 2. September Schlüsseltechnologien der Augenoptik bei Jubiläumstagung

Am 2. September präsentiert Rathenow im Kulturzentrum aktuelle Schlüsseltechnologien wie KI, Quantensensorik und digitale Fertigungsverfahren, die die Zukunft der Augenoptik prägen

Die Stadt Rathenow feiert 2026 ihr 225‑jähriges Bestehen als Zentrum der deutschen optischen Industrie. Im Rahmen der Jubiläumswoche vom 2. bis 5. September wird am Mittwoch, den 2. September, von 10 bis 14 Uhr im Kulturzentrum Rathenow die Fachtagung „Hightech für den Durchblick – Schlüsseltechnologien in der Augenoptik“ ausgerichtet. Die Veranstaltung soll aktuelle Forschungsergebnisse und Zukunftsperspektiven der Augenoptik einem breiten Fachpublikum präsentieren.

Hintergrund

Die optische Tradition Rathenows reicht bis zum 10. März 1801 zurück, als Pfarrer Johann Heinrich August Duncker die industrielle Fertigung optischer Linsen und Instrumente begründete. Seitdem entwickelte sich die Stadt zum größten deutschen Optikstandort des 19. Jahrhunderts und trägt bis heute den Beinamen „Stadt der Optik“. Rund 120 Unternehmen aus der Optik‑ und Photonikbranche beschäftigen heute etwa 1 200 Mitarbeitende und prägen damit die regionale Wirtschaft nachhaltig.

Veranstalter und Partner

Die Tagung wird gemeinsam von der Stadt Rathenow, der Wirtschaftsförderung Brandenburg GmbH (WFBB) und der Technischen Hochschule Brandenburg (THB) organisiert. Die WFBB, 2001 als One‑Stop‑Agency gegründet, unterstützt Investoren und Technologie‑Start‑ups im Land Brandenburg und finanziert sich aus Landes‑ und Drittmitteln. Die THB stellt wissenschaftliche Expertise bereit; ihr Studiendekan für Augenoptik und optische Gerätetechnik, Prof. Dr. Justus Eichstädt, eröffnet die Tagung mit dem Impulsvortrag „Schlüsseltechnologien in der Augenoptik – gestern und morgen“. Eichstädt, 34 Jahre alt und gebürtig aus Rathenow, promovierte 2013 an der Universität Twente und war zuvor Entwicklungsingenieur bei Berliner Glas KGaA.

Rathenows Bürgermeister Jörg Zietemann, seit 2019 im Amt, betont die Bedeutung des Events für den Standort: „Rathenow steht seit mehr als zwei Jahrhunderten für Innovationskraft in der Optik. Die Fachtagung verbindet Tradition und Zukunft und bietet eine hervorragende Gelegenheit, neue Kooperationen zu entwickeln.“ Die Stadt unterstützt die Tagung zudem mit dem Kulturzentrum Rathenow, das seit 2020 den Optik‑Park beherbergt und eine permanente Ausstellung zur Geschichte der Rathenower Optik bietet.

Programm und Themen

Im Fachprogramm stehen vier zentrale Technologiefelder im Fokus: Künstliche Intelligenz (KI), Quantentechnologien, digitale Anwendungen sowie innovative Fertigungs‑ und Analyseverfahren. Vertreter der Carl Zeiss Meditec AG präsentieren aktuelle KI‑gestützte Bildgebungs‑ und Workflow‑Lösungen für die Augenheilkunde, die seit 2022 verstärkt auf automatisierte Diagnostik und präzise Therapieplanung ausgerichtet sind.

Ein weiteres Highlight ist das Projekt des Deutschen Elektronen‑Synchrotrons (DESY) aus dem Forschungszentrum Hamburg‑Zeuthen, das seit 2024 gemeinsam mit Industriepartnern aus der Brandenburger Optikregion an Quantensensorik für ophthalmologische Anwendungen arbeitet. Die vorgestellten Sensoren könnten künftig die Messgenauigkeit bei retinalen Untersuchungen deutlich erhöhen.

Konkrete KI‑Anwendungen, die auf der Tagung diskutiert werden, umfassen etwa automatisierte Brillen‑Fassungserkennung, KI‑basierte Sehschärfen‑Analyse in Echtzeit und Entscheidungsunterstützungssysteme für die Fertigung von Präzisionsoptiken. Die Referenten zeigen, wie diese Technologien den Alltag von Optikbetrieben und die Versorgung von Patientinnen und Patienten verbessern können.

Ausstellung und Netzwerk

Parallel zur Tagung findet im Kulturzentrum eine Fachausstellung statt, bei der Unternehmen, Forschungsinstitute und Bildungseinrichtungen ihre neuesten Produkte und Projekte präsentieren. Die Ausstellung bietet eine ideale Plattform, um innovative Entwicklungen einem fachkundigen Publikum vorzustellen und direkte Kontakte zu potenziellen Kooperationspartnern zu knüpfen.

Die Teilnahme an sowohl Tagung als auch Ausstellung ist kostenfrei. Interessierte können sich über die offizielle Veranstaltungswebsite zukunft‑aus‑brandenburg.de anmelden und gleichzeitig einen Stand für die Begleitausstellung reservieren.

Bedeutung für Rathenow

Die Fachtagung ist ein zentrales Element der Jubiläumswoche „225 Jahre optische Industrie in Rathenow“ und soll den Innovationsstandort weiter stärken. Durch den intensiven Austausch zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Politik sollen neue Impulse für Forschung und Entwicklung entstehen und die Sichtbarkeit der Region als führendes Zentrum für optische Technologien erhöht werden. Die Veranstaltung bietet damit nicht nur einen Blick in die Zukunft der Augenoptik, sondern auch konkrete Perspektiven für die lokale Wirtschaft und die weitere Entwicklung des Optik‑Ökosystems in Brandenburg.