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Kirchmöser benennt Weg nach Oscar-nominiertem Film Barbara offiziell um

Der Ortsteil Kirchmöser benennt einen Weg offiziell nach der Hauptfigur des Oscar-nominierten Films „Barbara" um und würdigt damit die durch die Dreharbeiten angestoßene Aufwertung des Viertels

Im Jahr 2012 verlieh der Film „Barbara" der Stadt Brandenburg an der Havel, genauer gesagt dem Ortsteil Kirchmöser, ein Stück internationaler Aufmerksamkeit. Der von Christian Petzold inszenierte und für den Oscar nominierte Streifen nutzte die historische Architektur der Eisenbahnersiedlung als perfekte Kulisse für die DDR der 1980er Jahre. Doch die Dreharbeiten hinterließen mehr als nur Erinnerungen an die Schauspieler Nina Hoss, Ronald Zehrfeld und Rainer Bock. Sie waren der Katalysator für eine umfassende Aufwertung des Viertels und mündeten nun in einer symbolträchtigen Namensgebung: Ein Weg in Kirchmöser trägt seit Juni 2026 offiziell den Namen „Barbaraweg".

Vom Filmset zur Millionensanierung

Die Geschichte beginnt mit den Dreharbeiten, bei denen die Bewohner der Siedlung nicht nur als Zuschauer, sondern als aktive Mitwirkende agierten. Im Ebereschenweg, auf dem Marktplatz, am Klubhaus der Eisenbahner und in der Augenklinik entstanden die wesentlichen Szenen. Besonders herzlich wurden die Crew und die Darsteller von den Anwohnern aufgenommen. Diese positive Erfahrung und die durch den Film geweckte Aufmerksamkeit für die Bausubstanz sollten weitreichende Folgen haben.

Ein entscheidender Wendepunkt war das Engagement lokaler Initiatoren, die den Kontakt zu politischen Entscheidungsträgern suchten. Durch die Aufbereitung von Exponaten und privaten Bildern der Eisenbahnerhäuser gelang es, das Bundeseisenbahnvermögen (BEV) für die Situation zu sensibilisieren. Das Ergebnis war eine Investitionssumme von 16,5 Millionen Euro in die Modernisierung der historischen Siedlung, die zwischen 1923 und 1928 nach Plänen von Regierungsbaurat Teschemacher errichtet worden war.

Ein Weg als Hommage an eine Frau

Um den Erfolg des Films und die damit verbundene Aufwertung des Viertels dauerhaft zu würdigen, entwickelten Initiatoren die Idee, einen Weg nach der Hauptfigur zu benennen. Der „Barbaraweg", der früher als Mittelweg oder Mittelstraße bekannt war, eignete sich hierfür ideal, da beide alten Bezeichnungen in der Stadt Brandenburg bereits vergeben waren. Da es sich bei dem Weg um eine Sackgasse ohne Anwohner handelt, erleichterte dies die schnelle Genehmigung der Stadt Brandenburg für die Namensgebung.

Im Juni 2026 hat die Stadtverwaltung offizielle Tafeln am Wegesrand angebracht, die historische Erläuterungen zu den Hintergründen enthalten. Dieser Schritt wird von vielen als wichtiger Beitrag zur Sichtbarkeit von Frauen in der Stadtgeschichte gewertet. Der Film „Barbara" wird auch weiterhin regelmäßig bei Veranstaltungen des SPD-Ortsvereins, etwa in der Westkirche oder im Mehrgenerationenhaus „Die Stube", vorgeführt, um die Geschichte des Ortes lebendig zu halten.

Hoffnung auf ein Wiedersehen

Die Initiatoren des Projekts hegen den Wunsch, die Regisseure oder Schauspieler des Films bei einem zukünftigen Fest in Kirchmöser persönlich begrüßen zu können. Ein solcher Besuch würde eine besondere Wertschätzung für das Engagement der lokalen Bevölkerung darstellen. Die Bemühungen dafür sind groß, auch wenn die Organisation mit erheblichem zeitlichen Aufwand verbunden ist. Die Stadtverwaltung hat die neue Beschilderung umgesetzt und würdigt damit die lokale Geschichte.