Innenministerin Zieschang übergibt neues DRK-Boot Olina für den Jerichower Land an die Wasserwacht
Innenministerin Tamara Zieschang hat der Wasserwacht im Jerichower Land das neue Mehrzweckboot „Olina" übergeben, das mit Landesmitteln gefördert wurde und die Einsatzkräfte bei Hochwasser unterstützen soll
Das Land Sachsen-Anhalt stärkt den Bevölkerungsschutz weiter mit einer bedeutenden Anschaffung für das Deutsche Rote Kreuz (DRK). Innenministerin Tamara Zieschang hat am Dienstag, dem 14. Juli 2026, in Burg ein neues Mehrzweckboot inklusive Motor und Trailer an den Regionalverband Magdeburg-Jerichower Land übergeben. Das Fahrzeug, das den Namen „Olina“ trägt, ist speziell für Einsätze auf dem Wasser konzipiert und soll die Arbeit der Wasserwacht in der Region erheblich unterstützen.
Die Finanzierung des Projekts erfolgt im Rahmen einer Partnerschaft zwischen Land und Region. Das Land Sachsen-Anhalt förderte die Anschaffung mit rund 90.000 Euro, genauer gesagt mit 89.666,50 Euro. Der Restbetrag von etwa 22.400 Euro wurde vom Landkreis Jerichower Land übernommen. Insgesamt belaufen sich die Kosten für das neue Einsatzmittel auf rund 112.000 Euro.
Technische Daten und Einsatzmöglichkeiten
Das Boot „Olina“ ist ein robustes Arbeitsgerät, das für die besonderen Anforderungen im Jerichower Land entwickelt wurde. Mit einer Länge von 7,90 Metern und einer Breite von 2,45 Metern bietet es ausreichend Platz für Crew und Material. Ein entscheidender Vorteil ist der geringe Tiefgang von lediglich 40 Zentimetern. Dies ermöglicht der Wasserwacht, auch in flachen Gewässern, wie sie in den Elbauen oder bei Baggerseen vorkommen, sicher zu operieren, ohne auf Grund zu laufen.
Die technische Ausstattung ist auf den Ernstfall ausgelegt. Das Boot verfügt über einen 150-PS-Motor und kann Lasten von bis zu zwei Tonnen tragen. Eine spezielle Bugklappe erleichtert den sicheren Zugang an Bord, sei es für Einsatztaucher, Rettungskräfte oder gerettete Personen, die medizinisch versorgt werden müssen. Zudem ist der Rumpf so konstruiert, dass er gegen treibende Gegenstände im Wasser geschützt ist, was bei Hochwasserlagen mit viel Treibgut von großer Bedeutung ist.
Bedeutung des Ehrenamts und Zukunftsausblick
In ihrer Rede betonte Innenministerin Zieschang die zentrale Rolle der Ehrenamtlichen. „Der Bevölkerungsschutz lebt vom Engagement der vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer, die rund um die Uhr bereitstehen, Verantwortung für andere zu übernehmen“, sagte sie. Mit dem neuen Boot erhält das DRK ein modernes Einsatzmittel, das unter anderem bei Hochwasserlagen und Wasserrettungseinsätzen wertvolle Unterstützung leisten wird.
Derzeit sind 15 qualifizierte Einsatzkräfte der DRK-Wasserwacht Jerichower Land in der Lage, das Boot zu führen. Bei der Übergabe waren neben der Innenministerin auch Andy Martius, Vorstandsvorsitzender des DRK-Regionalverbands, sowie René Ostheeren, Leiter der Wasserwacht, anwesend.
Die Investition in das Boot „Olina“ ist Teil einer deutlich gestiegenen Investitionslinie des Landes. Während die Mittel für den Katastrophenschutz in früheren Jahren bei rund 2 Millionen Euro pro Jahr lagen, wurden sie für 2025 auf 3,7 Millionen Euro und für das aktuelle Jahr 2026 auf 6,2 Millionen Euro erhöht. Zusätzlich stehen über das Sondervermögen Infrastruktur in den kommenden Jahren weitere 36,1 Millionen Euro zur Verfügung, um den Katastrophenschutz weiter zu modernisieren. Das Boot ist somit ein wichtiger Baustein in einer umfassenden Strategie zur Bewältigung zunehmender Extremwetterereignisse.