Hildegund Bemman und Sonja Schulte zeigen Haubenmacherkunst auf der Archäotechnica im Paulikloster
Hildegund Bemman und Sonja Schulte präsentieren auf der Archäotechnica im Paulikloster die Kunst der Haubenmacherei des 18. Jahrhunderts und laden zum Anprobieren ein
Die Archäotechnica 2026 öffnet am ersten August-Wochenende ihre Pforten im Archäologischen Landesmuseum Brandenburg. Unter dem Motto „Fasern, Kleider, Schmückendes – Mensch und Mode durch die Jahrtausende“ lädt die jährliche Großveranstaltung des Museums zu einer modischen Reise von der Steinzeit bis zur frühen Neuzeit ein. Ein besonderes Augenmerk liegt in diesem Jahr auf der Kopfbedeckung, einem essenziellen Accessoire vergangener Epochen, das Besucherinnen und Besucher hautnah erleben können.
Im Mittelpunkt der diesjährigen Veranstaltung stehen zwei besondere Akteure: Hildegund Bemman und Sonja Schulte. Die beiden treten als Haubenmacherinnen des 18. Jahrhunderts auf und widmen sich der kunstvollen Herstellung und Präsentation zeittypischer Kopfbedeckungen. Ihre lebendigen Vorführungen ermöglichen es den Gästen, die historische Handwerkskunst nicht nur theoretisch zu verstehen, sondern praktisch und visuell zu erleben. Sie präsentieren diverse Hauben und Mützen für Damen und Herren, die sowohl als fertige Exponate als auch während des Entstehungsprozesses zu bewundern sind.
Handwerk und Anprobe
Neben der bloßen Ausstellung der fertigen Werke bieten Bemman und Schulte einen lebendigen Arbeitsbereich, in dem die Herstellungstechniken direkt verfolgt werden können. Die Besucher haben die Möglichkeit, den Handgriffen der Haubenmacherinnen zuzusehen und so Einblicke in historische Fertigungsmethoden zu erhalten. Für besonders modebewusste und mutige Gäste ist zudem eine modische Beratung sowie eine Anprobe vorgesehen. So lässt sich das historische Outfit nicht nur betrachten, sondern auch kurzzeitig selbst tragen.
Die Archäotechnica hat sich seit ihrer Gründung im Jahr 2010 als fester Termin im kulturellen Kalender Brandenburgs etabliert. Während in den Vorjahren Themen wie die Bronzezeit, das Textilhandwerk oder das Leben in der mittelalterlichen Stadt im Mittelpunkt standen, rückt nun die gesamte Bandbreite der Modegeschichte in den Blick. Bereits 2013 lag der Fokus auf dem Textilhandwerk; die aktuelle Veranstaltung knüpft daran an, vertieft jedoch den Aspekt der Kopfbedeckung und der sozialen Funktion von Kleidung.
Historischer Rahmen im Paulikloster
Die Veranstaltung findet auf dem historischen Gelände des Pauliklosters statt, einem ehemaligen Dominikanerkloster, das 1286 gegründet wurde. Das Gebäude hat eine bewegte Geschichte hinter sich: Nach der Reformation diente es zeitweise als Armenhaus und Hospital, bevor es im Jahr 2008 als Archäologisches Landesmuseum wiedereröffnet wurde. Auf diesem Areal in der Neustädtischen Heidestraße 28 in Brandenburg an der Havel präsentieren die Akteure ihre Werke vor einem authentischen architektonischen Hintergrund.
Das Museum selbst beherbergt etwa 10.000 archäologische Funde, die eine Zeitspanne von 130.000 Jahren menschlicher Kulturentwicklung abdecken. Neben den Vorführungen der Haubenmacherinnen bietet die Archäotechnica 2026 weitere Programmpunkte wie eine Modenschau, Mitmach-Angebote und kulinarische Kostproben aus vergangenen Epochen.
Termine und Eintritt
Die Archäotechnica 2026 ist am 1. und 2. August jeweils von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt für Erwachsene 5 Euro, ermäßigt 3,50 Euro. Familien zahlen 10 Euro. Kinder unter 10 Jahren haben freien Eintritt. Wer sich auf eine Reise durch die Geschichte der Mode und des Handwerks freut, findet im Paulikloster eine lebendige Begegnung mit der Vergangenheit.