Hertha BSC trauert um Ex-Kapitän und Abwehrchef Holger Brück im Alter von 78 Jahren
Hertha BSC trauert um den ehemaligen Kapitän Holger Brück, der am Sonntag im Alter von 78 Jahren verstorben ist. Der Abwehrchef bestritt 396 Pflichtspiele für die Berliner und gründete später seinen Heimatverein neu
Hertha BSC trauert um seinen ehemaligen Kapitän Holger Brück. Der langjährige Abwehrspieler ist am Sonntag, den 19. Juli 2026, im Alter von 78 Jahren nach einer langwierigen Krankheit verstorben. Die Nachricht bestätigte der Fußball-Zweitligist unter Berufung auf die Familie des Verstorbenen. Auch sein Heimatverein, der KSV Hessen Kassel, meldete den Tod des gebürtigen Kasslers, der dort später auch ein Sportgeschäft betrieb.
„Hertha BSC spricht der gesamten Familie in dieser schweren Zeit ein tief empfundenes und aufrichtiges Beileid aus. Holger Brück wird als Spieler und insbesondere als Mensch für immer in unseren Herzen bleiben“, hieß es in einer offiziellen Mitteilung der Berliner.
Eine Ära in der Hauptstadt
Nach seinen Anfängen beim hessischen Regionalligisten KSV Hessen Kassel wechselte Brück 1972 in die Hauptstadt und blieb der „Alten Dame“ neun Jahre lang treu. In dieser Zeit bestritt er 396 Pflichtspiele, in denen er 39 Tore erzielte. Zu den sportlichen Höhepunkten seiner Karriere gehörte die Vizemeisterschaft 1975. Zwar konnte Hertha aufgrund von Lizenzproblemen nicht an der Aufstiegsrunde teilnehmen, doch sportlich war die Mannschaft Zweiter geworden.
Ein weiterer Glanzpunkt war der Vorstoß bis ins Halbfinale des UEFA-Pokals 1979. Dort schied Hertha nur knapp gegen Roter Stern Belgrad aus, nachdem man im Hinspiel mit 2:1 gewonnen, im Rückspiel aber mit 1:2 unterlegen war. Belgrad zog aufgrund der Auswärtstorregel weiter. Zudem erreichte die Mannschaft unter Brücks Führung in den Jahren 1977 und 1979 das Finale des DFB-Pokals, verlor beide Endspiele jedoch – 1977 gegen den 1. FC Köln und 1979 gegen Fortuna Düsseldorf. 1981 lief der Abwehrchef ein letztes Mal für Hertha auf.
Rückkehr nach Kassel und Neugründung
Nach seinem Abschied aus Berlin wechselte Brück kurzzeitig nach Kanada zu den Calgary Boomers. Nach dem Ende seiner aktiven Karriere kehrte er jedoch in seine Heimat zurück und widmete sich ausschließlich dem Training beim KSV Hessen Kassel. Seine Bedeutung für den Verein ist kaum zu überschätzen: Nach der Insolvenz des Vorgängervereins FC Hessen Kassel im Jahr 1997 gründete er den KSV Hessen Kassel 1998 neu.
Brück übernahm nicht nur die Trainerrolle, sondern fungierte auch als Präsident des neu gegründeten Vereins. Ohne sein Engagement wäre der heutige KSV Hessen Kassel in dieser Form nicht existent, betonte der Verein in seiner Trauerbekundung. „Ohne Brück würde es die Löwen in der heutigen Form nicht geben“, so die Worte des Kassler Klubs. Der gebürtige Kassler hinterlässt als Spieler, Trainer und Präsident ein bleibendes Vermächtnis in beiden Vereinen.