Hartplatzhelden kritisieren DFB wegen Millionenvertrag für neuen Bundestrainer Klopp
Die Amateurplattform Hartplatzhelden kritisiert den DFB scharf, da die geplante Verpflichtung von Jürgen Klopp als Bundestrainer mit einem Jahresgehalt von über sieben Millionen Euro die Interessen des Breitensports vernachlässige
Hartplatzhelden rügen DFB beim Weg zur Klopp-Verpflichtung
Im Zuge der geplanten Verpflichtung von Jürgen Klopp als neuer Bundestrainer übt die Amateurfußball-Plattform Hartplatzhelden scharfe Kritik am Deutschen Fußball-Bund (DFB). Die Organisation beklagt eine aus ihrer Sicht zu einseitige Fokussierung auf den Profifußball und fordert, dass bei Personalentscheidungen dieser Tragweite zwingend auch die Interessen des Breitensports berücksichtigt werden müssen. In einer Pressemitteilung heißt es, dass der Verband als Dachverband des deutschen Fußballs regelmäßig die Anliegen der mehr als 23.800 Amateurvereine den Profivorteilen unterordne.
Die Hartplatzhelden verstehen sich als unabhängige Stimme des deutschen Amateurfußballs. Das 2006 gegründete Portal, das ursprünglich als Videoplattform für den Nachwuchs entstand, sieht in der aktuellen Debatte um Gehälter und mögliche Interessenkonflikte ein Beispiel für eine problematische Entwicklung. Besonders die Diskrepanz zwischen den Millionenverträgen an der Spitze und den existenziellen Nöten in den Vereinen vor Ort stehe im Fokus der Kritik.
Gehaltsgefälle und Abfindungen
Die Zahlen, die derzeit diskutiert werden, untermauern die Sorgen der Basis. Der 59-jährige Klopp soll einen Vertrag bis zur Weltmeisterschaft 2030 unterschreiben, der mit einem Jahresgehalt von mehr als sieben Millionen Euro dotiert ist. Hinzu kommt eine historische Abfindung für den Vorgänger: Für die vorzeitige Vertragsauflösung mit Julian Nagelsmann nach dem frühen WM-Aus in den USA zahlt der DFB rund 6,8 Millionen Euro.
Es handelt sich dabei um ein Novum in der Geschichte des Verbandes: Der DFB muss erstmals eine Ablösesumme für einen Bundestrainer zahlen, da Klopp zuvor bei Red Bull Salzburg unter Vertrag stand. Während an der Spitze über diese Summen und Nebentätigkeiten diskutiert wird, kämpfen viele Amateurvereine mit steigenden Kosten, sanierungsbedürftigen Sportanlagen und einem wachsenden Mangel an Ehrenamtlichen sowie qualifizierten Trainerinnen und Trainern.
„Zurück zu den Wurzeln“
„Eine Nationalmannschaft funktioniert aber nach anderen Gesetzen als die Champions League“, sagt Steffen Wenzel, Geschäftsführer der Hartplatzhelden gGmbH. Der ehemalige Torwart und Erfinder des Fußball-Golfs betont, dass nach den vielen Misserfolgen der vergangenen Jahre die Zustimmung der Basis für einen Neuanfang entscheidend sei. „Die Zustimmung würde er viel eher bekommen, wenn er nach dem Motto ‚zurück zu den Wurzeln’ handelt – und das fängt beim Gehalt an“, so Wenzel.
Die Forderungen der Plattform seien dabei personenunabhängig. Sie richten sich gegen eine Schieflage, bei der der DFB den Amateurfußball nicht mehr im Mittelpunkt seines Handelns sehe. Trotz einer Rekordzahl von über acht Millionen Mitgliedern in 23.868 Vereinen (Stand 2025) und neuer Initiativen wie dem „Masterplan Amateurfußball“ bleibt die Kluft zwischen Profibereich und Vereinsalltag aus Sicht der Hartplatzhelden zu groß. Der Verband müsse dringend wieder mehr für die mehr als 24.000 Vereine tun, die das Fundament des deutschen Fußballs bilden.