Gerd Wartenberg feiert 70. Geburtstag nach über 60 Jahren im Brandenburger Handball
Gerd Wartenberg feiert seinen 70. Geburtstag und blickt auf eine über 60-jährige Karriere als Handballer, Trainer und Funktionär in Brandenburg zurück
Handballer, Trainer und Funktionär - Gerd Wartenberg wird 70
Beinahe wäre aus Gerd Wartenberg ein „Wessi“ geworden. Am 10. Juli 1956 wurde er im bayerischen Passau geboren, doch bereits ein Jahr später zog es seine Mutter mit dem Kleinkind in die junge DDR, da dort ihre gesamte Verwandtschaft lebte. Dieser Wechsel prägte den weiteren Lebensweg des heutigen Jubilars, der in Brandenburg eine herausragende Karriere als Sportler, Trainer und Funktionär absolvierte. Heute feiert er seinen 70. Geburtstag. Trotz des runden Alters frönt er immer noch seinem großen Hobby, dem Motorradfahren. Ansonsten halten ihn vor allem zwei Enkel in Bewegung.
Von Dynamo zur Bundesliga
Seine sportliche Laufbahn begann Gerd Wartenberg bereits als Achtjähriger bei der SG Dynamo Brandenburg. Acht Jahre später wechselte er zur BSG Stahl, wo er es mit nur 17 Jahren in das Männerteam schaffte. Mitte der 1970er Jahre stieg das Team in die DDR-Liga auf. In dieser Zeit musste Wartenberg zunächst seinen Wehrdienst in Potsdam ableisten. Von 1979 bis 1983 folgte dann ein Studium an der Deutschen Hochschule für Körperkultur (DHfK) in Leipzig. Als frisch ernannter Diplom-Sportlehrer wurde er Ende 1983 Spielertrainer beim Oberligisten Piesteritz.
1985 kehrte er zur BSG Stahl zurück, wo er sowohl als Spieler als auch als A-Jugendtrainer auf dem Parkett stand. Unter seiner Regie schaffte das Nachwuchsteam den Sprung in die Junioren-Oberliga. Bis 1990 trainierte er die Männer und vollzog in der turbulenten Wendezeit den historischen Aufstieg in die 1. Bundesliga. In dieser höchsten Spielklasse fungierte Wartenberg dann jedoch nur noch als Co-Trainer. Bis 1993 war er noch beim Verein angestellt, nun in der Funktion als Leiter der Sporthalle. Danach wechselte er zum Landessportbund (LSB) Berlin.
Stationen nach der Wende und Amtsantritt
Nach der Wiedervereinigung betrieb Wartenberg 1996/97 kurzzeitig das Sport-Center Wust, ehe er wieder in die Heimat zurückkehrte und beim LSB Brandenburg anheuerte. Im Jahr 2006 übernahm er das Traineramt beim SV 63. 2009 führte er für eine Saison die Frauenmannschaft des HC Potsdam, bevor er 2010 nach Ludwigsfelde wechselte. Parallel zu diesen Engagements trainierte er auch noch die Werfer im Leichtathletikverein VfL Brandenburg.
Ein neuer Abschnitt in seiner Funktionärslaufbahn begann im Mai 2021, als er einstimmig zum Vorsitzenden des Stadtsportbundes (SSB) gewählt wurde. Er löste damit Werner Jumpertz ab, der das Amt nach einer neunjährigen Amtszeit niedergelegt hatte. Die Übergabe erfolgte in einer Zeit, in der der Sport noch immer mit den Folgen der Corona-Pandemie rang. „Wir kämpfen um die Sportstätten und um die Finanzierung der Stellen im SSB“, so Wartenberg damals. Als einen seiner größten Erfolge in dieser Position betrachtet er den Bau des neuen Kunstrasenplatzes im Bereich des Quenzstadions.
Infrastruktur und aktueller Erfolg
Das Projekt am Quenzstadion war ein zentrales Anliegen seiner Amtszeit. Der neue Platz mit den Maßen 90 mal 56 Meter wurde im November 2025 fertiggestellt. Die Finanzierung erfolgte durch 800.000 Euro aus dem Förderprogramm „Goldener Plan“ sowie 300.000 Euro aus Stadtmitteln. Dieses Infrastrukturprojekt kommt nun den zahlreichen Vereinen in Brandenburg zugute und sichert die sportliche Basis für die Zukunft.
Auch im Verein bleibt Wartenberg weiterhin voll im Einsatz. Er sitzt noch immer im Vorstand des SV 63 und leitet den männlichen Nachwuchs. Zuletzt trainierte er die C-Jugend, die in der Saison 2025/2026 souveräner Meister wurde und in die kommende Saison in der Oberliga starten wird. Dieser Aufstieg ist ein deutliches Zeichen für seine anhaltende Wirksamkeit im Nachwuchsbereich. 2023 ging Gerd Wartenberg zwar offiziell in Rente, doch im Sport ist er nach wie vor eine feste Größe.