Gedenkstätte Brandenburg-Görden führt am Sonntag durch Ausstellung über inhaftierte Frauen in der DDR

Am Sonntag führt die Gedenkstätte Brandenburg-Görden durch die Ausstellung „frauenHAFT“ über das Schicksal inhaftierter Frauen in der frühen DDR. Die Veranstaltung beleuchtet historische Transporte und persönliche Biografien aus der Zeit zwischen 1945 und 1956

Am Sonntag, 19. Juli 2026, lädt die Gedenkstätte Zuchthaus Brandenburg-Görden um 14 Uhr zu einer öffentlichen Führung durch die Wanderausstellung „frauenHAFT – Sowjetische Repression und DDR-Strafvollzug (1945-1956)“ ein. Die Veranstaltung bietet einen tiefen Einblick in die Schicksale von Frauen, deren Lebenswege durch die Haftanstalt in Brandenburg-Görden führten, und beleuchtet dabei die oft vergessene Geschichte weiblicher Inhaftierung in der frühen DDR.

Ein historischer Transport und seine Folgen

Ein zentraler Bestandteil der Führung ist die Aufarbeitung eines spezifischen historischen Ereignisses: Im Februar 1950 überstellte der sowjetische Geheimdienst 1.119 Frauen und 25 Kleinkinder aus dem aufgelösten Speziallager Sachsenhausen in das DDR-Frauengefängnis Hoheneck. Viele dieser Frauen kamen auf ihrem weiteren Weg durch das Justizsystem auch durch Brandenburg-Görden. Die Ausstellung thematisiert diesen Übergang von der sowjetischen Repression in den DDR-Strafvollzug und stellt die Biografien von zwölf betroffenen Frauen vor, die unter anderem wegen politischer Delikte oder Spionageverdachts verurteilt worden waren.

Bei der Führung am kommenden Sonntag werden vier dieser persönlichen Geschichten besonders hervorgehoben. Neben dem historischen Kontext des Transports erhalten die Besucherinnen und Besucher Einblicke in den harten Haftalltag und erfahren, wie die Frauen ihr Leben nach der Entlassung neu gestalteten. Die Kuratorin Katharina Gräb von der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten führt durch die Ausstellung und erläutert die Hintergründe der dokumentierten Fälle.

Zugang und weitere Termine

Die Führung ist für alle Interessierten offen und richtet sich an ein breites Publikum ohne Vorkenntnisse. Eine vorherige Anmeldung ist nicht notwendig, und der Eintritt ist frei. Der Veranstaltungsort ist die Gedenkstätte in der Anton-Saefkow-Allee 38 in Brandenburg an der Havel, die zudem rollstuhlgerecht zugänglich ist.

Die Wanderausstellung „frauenHAFT“ wird von der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten organisiert und von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur gefördert. Sie ist in Brandenburg-Görden noch bis zum 9. August 2026 zu sehen. Anschließend wird sie an weitere Orte wie Potsdam, Gera und Berlin-Hohenschönhausen wandern, um bis 2028 ein überregionales Netzwerk zur Aufarbeitung der Geschichte inhaftierter Frauen zu schaffen.