Füchse Berlin: Serien-Einbrecher versteckte Meisterschale als Jux im eigenen Keller
Die gestohlene Meisterschale der Füchse Berlin wurde nicht in einem fremden Versteck gefunden, sondern direkt im Keller der eigenen Vereinsgeschäftsstelle. Der Täter, ein Serien-Einbrecher, hatte die Trophäe als makabren Scherz dort deponiert
Die silberne Meisterschale der Füchse Berlin, die der Handball-Bundesligist im Juni 2025 erstmals in seiner Vereinsgeschichte gewann, wurde nicht in einem fremden Versteck gefunden, sondern direkt in den eigenen vier Wänden. Der Diebstahl entpuppte sich vor dem Landgericht Berlin als makabrer Scherz eines 42-jährigen Serien-Einbrechers, der die Trophäe in einem selten genutzten Keller der Vereinsgeschäftsstelle deponiert hatte.
Füchse-Geschäftsführer Bob Hanning, der den Verein seit 2005 führt und maßgeblich an dessen Aufstieg zur Bundesliga-Mannschaft beteiligt war, erfuhr die Details während der Verhandlung aus dem Mund des Verteidigers des Angeklagten. Der Mann hatte ein umfassendes Geständnis abgelegt und eingeräumt, die Schale gestohlen zu haben. Zuvor hatte die „Bild“-Zeitung über die bizarre Geschichte berichtet.
Ein Jux mit strategischem Kalkül
Nach Angaben des Anwalts war der Diebstahl als „Jux“ geplant. Der Täter habe gewusst, dass die historische Meisterschale nicht verwertbar und somit nicht verkäuflich sei. Aus diesem Grund habe er sie nicht weiterveräußert, sondern strategisch versteckt. Das Kalkül dahinter: Sollte er doch erwischt werden, könnte er durch die Angabe des Verstecks als „Informant“ agieren und sich so eine Reduzierung seiner Strafe erhoffen.
Der Geschäftsführer bestätigte die Aussagen des Verteidigers auf seinem Instagram-Account. Die Schale wurde schließlich bei einer routinemäßigen Inventur in dem Kellerbereich entdeckt, wo sie niemand vermutet hätte.
Mini-Kamera und Fingerabdrücke überführen den Täter
Die Identifizierung des Täters gelang durch eine Kombination aus moderner Technik und forensischen Spuren. Der 42-Jährige war bereits bei zwei Einbrüchen in die Geschäftsstelle der Füchse aktiv gewesen. Beim zweiten Mal wurde er von einer installierten Mini-Kamera gefilmt, was die Beweislage gegen ihn sicherte. Zudem hinterließ er auf der Meisterschale seine Fingerabdrücke, die ihn zweifelsfrei als Täter ausweisen.
Neben der Trophäe hatte der Einbrecher bei den beiden Vorgängen insgesamt 24.300 Euro Bargeld entwendet. Der Diebstahl der Meisterschale war dabei nur einer von vielen Straftaten. Dem Angeklagten werden insgesamt 25 Einbruchdelikte in der Zeit von 2023 bis 2026 zur Last gelegt. Die Geschichte der Füchse Berlin, die vor 2025 noch nie die deutsche Meisterschaft gewonnen hatten, war somit kurzzeitig von einem kuriosen Kriminalfall überschattet, der nun vor Gericht geklärt wird.