Feuerwehr aus Brandenburg unterstützt mit Kreisregnern bei Großbrand im Müritz-Nationalpark

Die Freiwillige Feuerwehr Brandenburg an der Havel entsendet Spezialgerät und Einsatzkräfte zum Großbrand im Müritz-Nationalpark, wobei Munitionsaltlasten die Löscharbeiten extrem erschweren

Symbolfoto · Foto: Zlatko Đurić / Unsplash

200 Hektar in Flammen: Feuerwehr aus Brandenburg rückt zum Müritz-Nationalpark aus

Heute Morgen, kurz vor 7 Uhr, machten sich insgesamt sechs Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehren Wust, Gollwitz und Plaue sowie eine Führungskraft der Berufsfeuerwehr Brandenburg an der Havel auf den Weg zum Müritz-Nationalpark im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte. Dort wütet ein verheerender Waldbrand, der sich inzwischen auf über 260 Hektar ausgeweitet hat. Die Lage vor Ort ist durch die besondere Beschaffenheit des Geländes extrem komplex und gefährlich.

„Wir haben gestern zur Mittagszeit ein Hilfeleistungsersuchen bekommen, in dem Kreisregner, also Systeme zum unbemannten Löschen, angefordert wurden. Zusätzlich noch Schlauchmaterial und diverse Armaturen“, erklärte dazu Sebastian Kalka, Feuerwehrchef der Stadt Brandenburg an der Havel. Sofort wurde das Ersuchen bearbeitet und zwölf dieser speziellen Kreisregner sowie erfahrene Einsatzkräfte angeboten. Am gestrigen Abend um 20 Uhr nahm die anfragende Stelle das Hilfsangebot verbindlich an.

Spezialgerät für ein unmögliches Terrain

Daraufhin wurden ein Kommandowagen zur Einsatzleitung sowie zur Organisation von Material- und Versorgungsfahrten und ein Logistik-Lkw vorbereitet, auf dem das benötigte Material verladen ist. Die Berufsfeuerwehr verfügt seit Kurzem über diese speziellen Einsatzmittel zur Bekämpfung von Waldbränden. Allerdings wird nicht alles nach Mecklenburg-Vorpommern geschickt, da auch der Schutz der Stadt Brandenburg an der Havel weiter gewährleistet bleiben muss.

Der Einsatz ist zunächst bis Sonntag geplant. „Wir versuchen aber uns auch abzulösen. Das heißt, die Kräfte, die dort vor Ort sind, werden nach 24 Stunden wieder ausgelöst“, erläuterte Kalka. Die Einsatzkräfte aus Brandenburg sind dabei nicht die einzigen, die in den Nationalpark zur Unterstützung fahren. Aus dem Land Brandenburg sind es insgesamt elf Wehren aus Landkreisen und kreisfreien Städten, die sich an der Hilfe beteiligen. Und sogar massive Kräfte aus Bayern, Baden-Württemberg, Sachsen und Niedersachsen sind bereits auf dem Weg. Insgesamt sind rund 375 Einsatzkräfte aus ganz Deutschland im Einsatz.

Gefahr durch Munitionsaltlasten

Der Brand hat sich auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz der Sowjetarmee ausgebrochen, der stark mit Munition belastet ist. Seit dem Ausbruch am Montagabend hat sich das Feuer auf über 269 Hektar ausgeweitet. Aufgrund der Munitionsbelastung können Einsatzkräfte das Feuer nicht direkt bekämpfen. Es kommt regelmäßig zu Explosionen von Altlasten, darunter Panzersprenggranaten, was die Löscharbeiten massiv erschwert.

Daher setzen die Behörden auf Kampfmittelräumdienste und die speziellen Kreisregner zur Fernlöschung. Der Brand wird durch giftige Gase und die ständige Gefahr von Munitionsexplosionen als besonders gefährlich eingestuft. Dennoch wird vom Landkreis eine unmittelbare Gefahr für die allgemeine Bevölkerung ausgeschlossen. Um die Sicherheit zu gewährleisten, hat der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte bereits die Evakuierung des Ortes Granzin angeordnet, von der etwa 400 Menschen betroffen sind.

Historischer Hintergrund des Einsatzgebietes

Das betroffene Gebiet im Müritz-Nationalpark hat eine bewegte Geschichte. Der Nationalpark wurde am 1. Oktober 1990 gegründet. Zuvor diente das Areal jahrzehntelang als Schießplatz und Jagdrevier. Es war einst Hofjagdgebiet des Großherzogs von Mecklenburg-Strelitz und später Staatsjagdgebiet der DDR. Diese historische Nutzung ist heute der Grund für die extremen Sicherheitsvorschriften, unter denen die Feuerwehrleute arbeiten müssen. Die Kombination aus dichtem Wald, trockenem Sommerwetter und den unsichtbaren Gefahren im Boden macht diesen Einsatz zu einer der schwierigsten Aufgaben für die deutschen Feuerwehren in diesem Jahr.