DEPOT schließt 66 Filialen: Auch die beiden Magdeburger Standorte sind betroffen.
Der Einrichtungs- und Dekospezialist DEPOT schließt im Zuge eines erneuten Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung bundesweit 66 Filialen. In Magdeburg sind davon beide verbliebenen Standorte im Börde Park sowie im Allee-Center betroffen, die in Kürze ihre Pforten schließen werden. Das Unternehmen reagiert damit auf massive Wettbewerbsverluste durch Online-Discounter und eine anhaltende Kaufzurückhaltung der Verbraucher. Während das Filialnetz von 155 auf 89 Standorte schrumpft, laufen in den betroffenen Häusern bereits großflächige Ausverkaufsaktionen.
Schließungswelle in Magdeburg
Der Einrichtungs- und Dekospezialist DEPOT befindet sich in einer tiefen Krise, die nun auch die Magdeburger Innenstadt und die umliegenden Einkaufszentren hart trifft. Wie das Unternehmen bekannt gab, muss es sich „schweren Herzens" von 66 Filialen bundesweit verabschieden. Von dieser drastischen Schrumpfung des Filialnetzes sind in der Landeshauptstadt beide verbliebenen Standorte betroffen: das Geschäft in der Salbker Chaussee 67-71 im Börde Park sowie die Filiale an der Ernst-Reuter-Allee 11 im Allee-Center. Beide Locations stehen auf der offiziellen Streichliste und werden in Kürze ihre Pforten schließen, wie aus einer Analyse hervorgeht.
Ein exakter Stichtag für die Schließung der einzelnen Läden wird von der Unternehmensseite noch nicht genannt, lediglich der Hinweis „in Kürze" ist dort zu finden. In der Praxis laufen in den betroffenen Häusern bereits großflächige Ausverkaufsaktionen. Branchenbeobachtern zufolge ist mit einem endgültigen Ende der Filialbetriebe im Laufe der kommenden Wochen oder des Sommers zu rechnen. Das Filialnetz schrumpft dabei von zuletzt rund 155 Standorten auf nur noch 89 verbleibende Häuser.
Gründe für den Absturz
Hinter der Schließungswelle steht eine dramatische wirtschaftliche Entwicklung, die das Unternehmen in eine erneute Notlage gebracht hat. Die Betreibergesellschaft GDC Deutschland GmbH hat am 13. Mai 2026 beim Amtsgericht Aschaffenburg ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragt, um sich betriebswirtschaftlich neu aufzustellen. Wie die zuständige Kanzlei Reimer Rechtsanwälte in einer Pressemitteilung erklärt, ist dies der erneute Versuch einer Sanierung, nachdem bereits 2024 ein Schutzschirmverfahren abgeschlossen worden war.
Die Gründe für den Absturz sind laut Management und Branchenexperten vielfältig. Zum einen hat sich der Markt für Non-Food- und Dekoartikel radikal verändert. Extrem billige Online-Marktplätze aus Asien wie Temu oder Shein sowie stark expandierende stationäre Discounter haben DEPOT massiv Kundschaft abgeworben. Das Unternehmen war im Vergleich zu träge, um Trends schnell genug und zu ähnlich günstigen Preisen in die Läden zu bringen. Hinzu kommt eine extreme Kaufzurückhaltung der Verbraucher infolge der Inflation, bei der Wohnaccessoires und saisonale Dekorationsartikel oft als erstes von der Einkaufsliste gestrichen werden. Zudem gelten die Mieten für die großflächigen Stores in Top-Lagen als zu hohe Belastung, die das Eigenverwaltungsverfahren nun beenden soll.
Historie und Auswirkung auf Kunden
Das Unternehmen hat eine lange Tradition: DEPOT wurde 1948 als Hersteller von Christbaumschmuck gegründet, und die erste Filiale für Endkunden unter dem Namen „Das Depot" eröffnete 1995 in Aschaffenburg. Nach einem starken Wachstum, bei dem das Netzwerk zeitweise bis zu 500 Filialen umfasste, steht das nun von der Familie Gries geführte Unternehmen vor einem massiven Rückzug, wie die Unternehmenshistorie zeigt. Zuletzt beschäftigte die Kette rund 1.200 Mitarbeiter, deren Gehälter derzeit über eine Insolvenzgeldvorfinanzierung gesichert werden.
Für die Kunden in Magdeburg und ganz Deutschland ergeben sich durch das laufende Verfahren wichtige Einschränkungen. Die Verbraucherzentrale Niedersachsen warnt, dass Gutscheine, die vor dem Insolvenzantrag im Mai erworben wurden, aus insolvenzrechtlichen Gründen aktuell nicht mehr eingelöst werden können. Betroffene Kunden können diese Ansprüche nach Eröffnung des Hauptverfahrens nur noch als Insolvenzforderung zur Tabelle anmelden. Der Online-Shop sowie das sogenannte „Shop-in-Shop"-Konzept, bei dem DEPOT-Regale in Supermärkten wie Edeka oder Rewe stehen, laufen laut Angaben des Sanierungsteams vorerst weiter.