Bundespolizei nimmt 36-Jährigen im Zug zwischen Stendal und Magdeburg mit vier Haftbefehlen fest

Die Bundespolizei hat einen 36-Jährigen in einem Zug zwischen Stendal und Magdeburg festgenommen, gegen den vier Haftbefehle vorlagen

Symbolfoto · Foto: Maximilian Scheffler / Unsplash

Am vergangenen Samstag, dem 11. Juli 2026, kam es in einem Regionalexpress auf der Strecke zwischen Stendal und Magdeburg zu einer spektakulären Festnahme. Eine Streife der Bundespolizei kontrollierte gegen 20:45 Uhr einen 36-jährigen deutschen Fahrgast. Bei der Überprüfung seiner Personalien stellten die Beamten fest, dass gegen den Mann nicht nur ein, sondern gleich vier Haftbefehle aus verschiedenen Teilen Deutschlands vorlagen. Der Verdächtige wurde daraufhin festgenommen und zunächst zur Dienststelle der Polizei am Magdeburger Hauptbahnhof gebracht.

Mehrere Verfahren und lange Haftstrafe

Der 36-Jährige hat eine mehrjährige Vorstrafenliste, die von schweren Delikten bis hin zu Verstößen gegen Bewährungsauflagen reicht. Der älteste der vorliegenden Haftbefehle stammt von der Staatsanwaltschaft Dessau und wurde bereits im Juni 2024 erlassen. Es handelt sich um einen Vollstreckungshaftbefehl, da der Mann noch 319 Tage einer ursprünglich auf zwei Jahre und neun Monate festgesetzten Freiheitsstrafe zu verbüßen hat. Verurteilt worden war er hierfür wegen Raubes, Diebstahls sowie Fahrens ohne Fahrerlaubnis.

Nur wenige Monate nach diesem ersten Befehl erließ das Amtsgericht Dessau einen weiteren Haftbefehl, diesmal einen Sicherungshaftbefehl. Hintergrund war eine Verurteilung wegen Erschleichens von Leistungen zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von acht Monaten, die zunächst zur Bewährung ausgesetzt worden war. Da der Mann nach Angaben der Polizei grob und beharrlich gegen seine Bewährungsauflagen verstieß und sich dem Vollzug entzog, wurde der Haftbefehl vollstreckt. Ein Sicherungshaftbefehl wird in solchen Fällen erlassen, wenn ein Beschuldigter sich dem Vollzug entzieht und die Bewährung gefährdet ist.

Weitere Haftbefehle aus Magdeburg und Chemnitz

Die Eskalation der Kriminalität des Mannes zog sich über einen Zeitraum von zwei Jahren hin. Im Mai dieses Jahres folgten zwei weitere Haftbefehle, die von den Staatsanwaltschaften Magdeburg und Chemnitz erlassen wurden. Beide betrafen Betrugshandlungen. In Magdeburg ging es um eine Geldstrafe von 3.600 Euro, wofür alternativ 120 Tage Ersatzfreiheitsstrafe angedroht waren. In Chemnitz betraf der Haftbefehl eine Geldstrafe von 1.000 Euro, die bei Nichtzahlung durch 50 Tage Ersatzfreiheitsstrafe ersetzt werden sollte.

Die Polizisten eröffneten dem Mann die Haftbefehle und nahmen ihn daraufhin fest. Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen am Hauptbahnhof wurde der 36-Jährige in eine Justizvollzugsanstalt eingeliefert. Die ausschreibenden Stellen wurden anschließend informiert. Die Bundespolizei führt auf der stark frequentierten Strecke zwischen Stendal und Magdeburg, die täglich von etwa 2.000 Fahrgästen genutzt wird, regelmäßig Kontrollen durch, um Fahndungslisten abzugleichen und gesuchte Personen zu ergreifen.