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Brückenfest am 5. Juli erinnert an 110 Jahre Geschichte der Seegartenbrücke

Am 5. Juli lädt die Region an der Seegartenbrücke in Brandenburg an der Havel zu einem Fest, das das 110-jährige Jubiläum der Vorgängerbrücke aus dem Jahr 1917 würdigt. Die 180 Meter lange Stahlfachwerkkonstruktion, damals als Werkamtsbrücke oder „Pulverbrücke" bekannt, diente ursprünglich dem Transport zur nahegelegenen Pulverfabrik in Kirchmöser. Nach ihrer Zerstörung im Zweiten Weltkrieg und einem provisorischen Wiederaufbau als Rosa-Luxemburg-Brücke wurde die Verbindung 2006 durch die heutige Fachwerkbrücke ersetzt, die Plaue und Kirchmöser über den Wendsee verbindet.

Am 5. Juli lädt die Region zu einem besonderen Brückenfest an der Seegartenbrücke ein. Anlass ist das 110-jährige Jubiläum der Fertigstellung der Vorgängerbrücke im Jahr 1917. Diese historische Konstruktion war im Volksmund schlicht als „Pulverbrücke" bekannt, da sie primär dem Transport zur nahegelegenen Pulverfabrik diente. Die Geschichte der Verbindung zwischen Plaue und Kirchmöser reicht jedoch weit zurück: Bereits um 1650 ließ Christoph von Görne, Herr auf Plaue, eine erste Fußgängerbrücke errichten, deren Holzkonstruktion jedoch nur kurz bestand und später durch eine Fähre ersetzt wurde.

Von der Fähre zur massiven Stahlkonstruktion

Die Anfänge der heutigen Verbindung waren von wechselhaften Entwicklungen geprägt. Im Frühjahr 1904 forderte die Behörde die Einstellung des Fährbetriebes, da dieser die Schifffahrt behinderte. Nur zehn Jahre später ging die Verwaltung erneut gegen die Fähre vor und stellte den Betrieb am 1. April 1914 ein. Diese Unterbrechung währte jedoch nicht lange. Mit dem Bau der Pulverfabrik ab 1915 in Kirchmöser stieg die Nachfrage nach einer zuverlässigen Verbindung enorm an, was den Bau einer massiven Brücke auslöste.

Die 1917 fertiggestellte Werkamtsbrücke war eine 180 Meter lange genietete Stahlfachwerkkonstruktion, die für den Transport zur Pulverfabrik in Kirchmöser errichtet wurde. Die Zerstörung im Zweiten Weltkrieg markierte einen tiefen Einschnitt: Am 4. Mai 1945 wurde die Brücke von der Wehrmacht an zwei Stellen gesprengt. Bereits 1947 entstand eine provisorische Fußgängernotbrücke, bevor der Wiederaufbau 1951 begann. Die wiederaufgebaute Brücke wurde am 18. Dezember 1953 als Rosa-Luxemburg-Brücke eingeweiht, wobei alte Brückenelemente wiederverwendet wurden.

Neubau und neue Verbindung

Jahrelang wurde nach der Wende über einen Neubau der maroden Brücke diskutiert. Ab dem 17. Mai 2005 wurde dann eine völlig neue Fachwerkbrücke errichtet. Für sechs Wochen war der Übergang überhaupt nicht möglich. Ab März 2006 sorgte die 14 Meter lange Barkasse „Lotti" dafür, dass zumindest Radfahrer und Fußgänger von der Nordspitze der Halbinsel Kirchmöser über den Wendsee nach Plaue und umgekehrt kamen. Am 31. August 2006 wurde die Seegartenbrücke dann eingeweiht. Die neue Seegartenbrücke hat eine Länge von 180 Metern und verbindet die Nordspitze der Halbinsel Kirchmöser über den Wendsee mit Plaue.