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Brandenburger Handwerk warnt vor Unterrichtsausfall und Gefährdung der Fachkräftesicherung

Das brandenburgische Handwerk warnt vor den gravierenden Folgen des drohenden Unterrichtsausfalls an den Schulen im kommenden Jahr. Handwerkskammer-Präsident Robert Wüst sieht durch die nicht flächendeckend abgesicherte Lehre die bundesweite Anerkennung von Schulabschlüssen und damit die Fachkräftesicherung gefährdet. Bildungsminister Gordon Hoffmann hat die prekäre Lehrkräftesituation im Land bereits eingestanden, was zu Defiziten in den Grundkompetenzen der Auszubildenden führt. Die Branche fordert daher schnelle Maßnahmen zur Sicherung der Bildungsstandards, um die Zukunftsfähigkeit der Wirtschaft zu gewährleisten.

Das Brandenburger Handwerk reagiert mit großer Sorge auf die Nachricht, dass der Unterricht an Schulen im kommenden Schuljahr nicht überall abgesichert werden kann. Bildungsminister Gordon Hoffmann (CDU) hatte dies bereits eingeräumt und darauf hingewiesen, dass damit die bundesweite Anerkennung Brandenburger Schulabschlüsse gefährdet ist. Diese Entwicklung wird von Robert Wüst, dem Präsidenten des Handwerkskammertages Land Brandenburg, als direkte Bedrohung für die Fachkräftesicherung gewertet.

Ein Armutszeugnis für die Wirtschaft

Wüst, der seit 2021 die Handwerkskammer Berlin-Brandenburg führt, bezeichnete die Situation, in der der Kernunterricht nicht mehr flächendeckend garantiert werden kann, als „Armutszeugnis". Die Konsequenzen wären gravierend: Wenn die Stundentafel gekürzt wird oder Abschlüsse nicht mehr sicher anerkannt werden, trifft dies direkt die Betriebe. Die Handwerkskammer Berlin-Brandenburg beobachtet seit Jahren, dass viele junge Menschen mit deutlichen Defiziten in Mathematik, Deutsch und Naturwissenschaften in die Ausbildung starten. Dies erzwingt zusätzliche Nachqualifizierungen, die Ressourcen binden und den Ausbildungserfolg verzögern.

Lehrermangel und die Folgen für die Ausbildung

Hinter dieser Warnung steht eine verschärfte Lehrkräftesituation im Land. Das Land Brandenburg - Ministerium für Bildung, Jugend und Sport verzeichnet aktuell eine der höchsten Quoten an unbesetzten Lehrerstellen in Deutschland. Die Kultusministerkonferenz (KMK) stellt klar, dass die bundesweite Anerkennung von Schulabschlüssen von der Einhaltung ihrer Standards abhängt; bei gravierenden Unterrichtsausfällen droht ein Verlust der Gleichwertigkeit. Brandenburg hat zwar eine der höchsten Ausbildungsvertragsdichten in Deutschland, ist aber gleichzeitig stark von der Qualität der allgemeinbildenden Schulabschlüsse abhängig.

Notwendige Maßnahmen für die Zukunft

Laut Handwerkskammer Berlin-Brandenburg klafft die Lücke zwischen geforderter und tatsächlicher mathematischer und sprachlicher Kompetenz bei Auszubildenden weiter auseinander. Bildungsminister Hoffmann steht vor der Herausforderung, den Lehrkräftemangel durch neue Rekrutierungsstrategien und Quereinsteigerprogramme zu bekämpfen. Wüst fordert daher schnell wirksame Maßnahmen, um Unterricht abzusichern, Bildungsstandards zu erhalten und die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Ausbildung zu stärken. Denn bei Bildungsfragen gehe es nicht nur um Schulen, sondern um die Zukunftsfähigkeit der Wirtschaft und des Landes Brandenburg.