Berlin meldet 125 Mpox-Fälle und warnt vor Ausbreitung in sexuellen Netzwerken

In Berlin wurden 2026 bislang 125 Mpox-Fälle gemeldet, wobei die Zahl trotz leichtem Rückgang deutlich über den Vorjahreswerten liegt und das Gesundheitsamt vor einer weiteren Ausbreitung in sexuellen Netzwerken warnt

Berlin meldet 125 Mpox-Fälle und warnt vor Ausbreitung in sexuellen Netzwerken
Symbolfoto · Foto: National Institute of Allergy and Infectious Diseases / Unsplash

In Berlin haben sich im laufenden Jahr bislang 125 Menschen mit dem Mpox-Virus infiziert. Die Fallzahlen sind zwar in den vergangenen Wochen erkennbar zurückgegangen und nähern sich dem Niveau des Vorjahreszeitraums an, liegen jedoch deutlich über den Werten der Jahre 2023 und 2024. Das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) teilte dies in seinem aktuellen Wochenbericht zu Infektionskrankheiten mit.

Während im gleichen Zeitraum 2024 nur 29 und 2023 lediglich 10 Fälle gemeldet wurden, lag die Zahl 2025 mit 127 Infektionen auf einem ähnlichen hohen Niveau wie aktuell. Der Anstieg der Fälle setzte Anfang 2026 ein, nachdem sich seit Dezember 2025 in Berlin der Virus-Stamm Clade Ib etabliert hat. Dieser Stamm zirkuliert genetisch eng verwandt vor allem in sexuellen Netzwerken von Männern, die Sex mit Männern haben (MSM).

Übertragung und betroffene Personengruppen

Die Erkrankung betrifft in Berlin überwiegend Männer. Das Alter der Infizierten lag in diesem Jahr zwischen 19 und 66 Jahren. Bei 110 Personen war der Impfstatus bekannt; davon war etwa die Hälfte (53 Prozent) mindestens einmal gegen Mpox oder Pocken geimpft. Für eine vollständige Grundimmunisierung sind jedoch zwei Impfdosen im Abstand von mindestens 28 Tagen erforderlich.

Mpox ist eine seltene, aber ernstzunehmende Erkrankung, die vor allem durch engen Körperkontakt übertragen wird. Das Infektionsrisiko besteht insbesondere beim Sex, wenn Kontakt zu den typischen Hautveränderungen wie Bläschen oder Schorf der Infizierten besteht. Auch eine Übertragung durch Tröpfcheninfektion über den Speichel ist möglich.

Impfkampagne zur Pride-Saison

Angesichts der aktuellen CSD-Saison hat das Lageso eine gezielte Aufklärungskampagne gestartet, um die betroffenen Zielgruppen zu erreichen. Die Informationen werden über moderne Kanäle wie Dating-Apps, soziale Medien sowie auf Postern und Postkarten in englischer und deutscher Sprache verbreitet.

Die Impfung wird speziell Männern empfohlen, die Sex mit Männern haben und häufig den Partner wechseln, sowie Sexarbeitenden. „Wenn dein Sommer aus CSD-Saison, Clubnacht, Darkroom oder Dating-App und spontanen Begegnungen besteht, dann gehört eine Mpox-Impfung genauso dazu wie dein Outfit für die Nacht“, heißt es in einem Aufruf der Behörde auf Instagram. Das Amt geht davon aus, dass die hohen Fallzahlen auf eine weitere Verbreitung innerhalb dieser Netzwerke hindeuten und eine gezielte Prävention notwendig ist.