Archäotechnica 2026 im Landesmuseum Brandenburg zeigt ägyptische Mode und Kosmetik

Im Archäologischen Landesmuseum Brandenburg präsentiert die Archäotechnica 2026 alte ägyptische Mode, Kosmetik und Schmuck in interaktiven Vorführungen

Die Archäotechnica 2026 öffnet am 1. und 2. August ihre Türen im Archäologischen Landesmuseum Brandenburg. Unter dem Leitthema „Fasern, Kleider, Schmückendes – Mensch und Mode durch die Jahrtausende“ zeigen Expertinnen, wie Alltag und Ästhetik im alten Ägypten lebten. Besucherinnen können von 10 bis 17 Uhr in die Herstellung hauchdünner Leinenstoffe, das kunstvolle Plissieren und Falten von Textilien sowie die Arbeit mit Perlen und Schmucktechniken eintauchen.

Programm und Schwerpunkte

Im Rahmen von Vorführungen und interaktiven Workshops werden die Herstellung von blauen Fayence‑Perlen und die Anwendung altägyptischer Kosmetika demonstriert. Fayence, ein glasiertes Tonware‑Produkt, erhielt seine charakteristische blau‑grüne Farbe durch das Beimischen von Kupferoxid in eine bleihaltige Glasur, die bei hohen Temperaturen geschmolzen wurde. Diese Perlen schmückten nicht nur Halsketten, sondern dienten auch als Amulette mit Schutzfunktion.

Typische Schönheitsprodukte des Pharaonenreichs – wie das leuchtend grüne Malachit‑Puder, das tiefschwarze Galenit‑Kohl und das rotbraune Kojis – werden vorgestellt und ihre rituelle Bedeutung erklärt. Kosmetik war im alten Ägypten nicht nur ein Mittel zur Körperpflege, sondern ein Ausdruck von Reinheit, sozialem Status und religiöser Symbolik.

Die Vortragenden im Fokus

Die Veranstaltung wird von vier Fachleuten geleitet, die jeweils unterschiedliche Aspekte der ägyptischen Kultur beleuchten:

  • Daniela Rutica, M.A. studierte Ägyptologie, Religionsgeschichte sowie Grafik‑ und Malerei an der Universität Marburg. Sie ist Mitbegründerin des Performance‑Projekts Art of KaRa und initiierte die „Tage der Ägyptologie“. Ihre Publikation Kleopatras vergessener Tempel ergänzt das Angebot um kunsthistorische Perspektiven.

  • Dr. Katharina Stegbauer promovierte 2008 an der Universität Leipzig in Ägyptologie und arbeitet seit 2009 dort als Lehrkraft für besondere Aufgaben. Als Mitgründerin der Seschat Fernschule bringt sie fundiertes Fachwissen in die Vermittlung antiker Textil- und Schmucktechniken ein.

  • Ursula Selzer, M.A. studierte Ägyptologie, Islamwissenschaften und Romanistik in Bonn und war von 2010 bis 2019 Lehrbeauftragte an der Universität Leipzig. Seit 2001 betreibt sie die Website usermaatre.de, die sich intensiv mit Ramses II. und dem Alltag im alten Ägypten auseinandersetzt.

  • Chimana Bendor ist Fantasy‑Autorin, Sängerin und Tänzerin. Seit 2013 arbeitet sie mit Daniela Rutica im Projekt Egyptainment zusammen und präsentiert ägyptische Kultur in Bühnen‑ und Tanzformaten.

Alle vier Akteur*innen sind Teil der Seschat Fernschule, die seit ihrer Gründung 2011 von der ZFU zertifiziert ist und regelmäßig wöchentliche Webinare zu ägyptologischen Themen anbietet.

Historischer Hintergrund der Archäotechnica

Die Archäotechnica ist seit 2014 fester Bestandteil des Sommerprogramms des Archäologischen Landesmuseums Brandenburg. Jede Ausgabe widmet sich einem anderen historischen Schwerpunkt – von römischen Handwerkstechniken über mittelalterliche Metallbearbeitung bis hin zu den heutigen ägyptologischen Schwerpunkten. Die kontinuierliche Weiterentwicklung der Themen spiegelt das Bestreben wider, Besucher*innen handlungsorientierte Einblicke in die materiellen Kulturen vergangener Zeiten zu ermöglichen.

Praktische Informationen

Die Eintrittspreise betragen für Erwachsene 5 Euro, ermäßigt 3,50 Euro, Kinder unter zehn Jahren haben freien Eintritt, und Familienkarten kosten 10 Euro. Das Museum befindet sich in der Neustädtischen Heidestraße 28, 14776 Brandenburg an der Havel. Weitere Details zur Veranstaltung finden Interessierte auf der Website des Havelblatts.