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87-jähriger Pfarrer Richard Rupprecht lebt seit 16 Jahren in Werder und bleibt aktiv.

Der 87-jährige emeritierte Pfarrer Richard Rupprecht lebt seit 16 Jahren in Werder und bleibt trotz gesundheitlicher Einschränkungen weiterhin aktiv. Nach seiner Priesterweihe durch Kardinal Bengsch 1964 wirkte er in Berlin-Marzahn und Brandenburg, wo er in der Wendezeit als Vermittler fungierte und soziale Einrichtungen gründete. Auch im Ruhestand übernimmt er Vertretungen in verschiedenen Gemeinden und engagiert sich in der Suchtkrankenbetreuung auf der Fazenda Gut Neuhof.

87-jähriger Pfarrer Richard Rupprecht lebt seit 16 Jahren in Werder und bleibt aktiv.

Am 26. Juni 2010 wurde Richard Rupprecht im Rahmen eines Festgottesdienstes aus der Dreifaltigkeitsgemeinde verabschiedet. Allerdings blieb der katholische Pfarrer danach noch acht Wochen im Amt, da sein Nachfolger erst ab dem 1. September zur Verfügung stand. Seit mittlerweile fast 16 Jahren lebt der 87-Jährige nun in der Blütenstadt Werder. Von seiner Küche aus hat er einen Blick auf die malerische Havel und wohnt in direkter Nachbarschaft zur katholischen Kirche Maria Meeresstern. Wirklich im Ruhestand ist er bis heute nicht, auch wenn er seit gut einem Jahr etwas ruhiger treten muss.

Ein Leben im Dienst der Kirche

Die Flüchtlingsfamilie Rupprecht kam 1945 aus dem niederschlesischen Hohendorf nach Belzig, bevor es für die katholische Familie mit acht Kindern in den Raum Berlin ging. Nach der 8. Klasse wechselte Richard Rupprecht in das kirchliche Vorseminar in Schöneiche. Da das dort erworbene Abitur vom Staat nicht anerkannt wurde, war sein Weg vorgezeichnet: Er studierte Philosophie und Theologie in Erfurt. Am 29. Juni 1964 weihte ihn Bischof Alfred Kardinal Bengsch schließlich in der Berliner St. Hedwigskirche zum Priester, wie aus den Unterlagen des Bistums Berlin hervorgeht.

Nach Jahren als Kaplan und Leiter eines Jugendhauses wurde er 1980 Pfarrer in Berlin-Marzahn. Im Jahre 1985 folgte er in Brandenburg einem Vorgänger nach. In der Wendezeit stand der Runde Tisch praktisch in seinem Büro, wo er als Vermittler in der politischen Umbruchzeit wirkte. Zu den bleibenden Spuren seiner Amtszeit zählen die Gründung des Seniorenzentrums St. Benedikt und des Franziskushauses sowie der Erwerb der St.-Nikolai-Kirche, wie die Pfarrei St. Trinitatis dokumentiert. Auch die Verschönerung der Dreifaltigkeitskirche fällt in diese Zeit.

Engagement und Jubiläen

Eigentlich wollte er seinen Ruhestand anders verbringen, doch der Bischof beorderte ihn nach Werder. Als freischaffender Pfarrer im Ruhestand machte er in den vergangenen 16 Jahren Vertretungen in verschiedenen Gemeinden und ist oft auf der Fazenda Gut Neuhof in Nauen-Markee zu finden, wo seit über 25 Jahren suchtkranke Jugendliche betreut werden, so die Angaben der Fazenda Gut Neuhof. Im Sommer 2014 feierte er sein Goldenes Priesterjubiläum und genau zehn Jahre später folgerichtig sein Diamantenes Weihe-Jubiläum.

Am Ende wird er auf jeden Fall in die Havelstadt zurückkehren. Denn längst hat er sich auf der Priestergrabstätte auf dem Neustädtischen Friedhof einen Platz gesichert, wie die Pfarrei St. Trinitatis bestätigt.