24-Jährige schlägt Angestellte und spuckt im Penny‑Markt am Veilchenweg
Eine 24‑jährige Frau wurde im Penny‑Markt am Veilchenweg nach einem Diebstahl, Schlägen und Spucken von der Polizei wegen Raubes festgenommen
Vorfall im Penny‑Markt
Am Donnerstagnachmittag, gegen 15.30 Uhr, informierte eine Mitarbeiterin des Penny‑Discountmarktes in der Veilchenweg 2 über eine Ladendiebin. Die 24‑jährige Frau hatte zuvor Waren im Wert von über zehn Euro entwendet. Als sie von der Angestellten aufgefordert wurde, die Ware herauszugeben, reagierte sie aggressiv: Sie schubste die Mitarbeiterin, schlug um sich und traf dabei einen weiteren Angestellten. Auf dem Weg zur Polizeiwache spuckte sie zudem in den Streifenwagen. Glücklicherweise blieb niemand verletzt.
Die Polizei Brandenburg nahm die Frau fest, legte ihr Handschellen an und führte am Einsatzort eine Blutprobenentnahme durch, da der Verdacht bestand, sie sei alkoholisiert und unter Drogeneinfluss gestanden. Die Ermittlungen laufen nun wegen des Verdachts auf Raub (§ 249 StGB).
Rechtliche Bewertung
Das Verhalten der Täterin wird nach § 249 StGB als Raub eingestuft, weil sie mit körperlicher Gewalt die Wegnahme von Waren erzwang. Zusätzlich könnte § 244 StGB – Raub mit gefährlicher Drohung – einschlägig sein, da das Schlagen und das Spucken als Drohung gewertet werden können. Bei einer Verurteilung drohen Geldstrafen oder Freiheitsstrafen von bis zu fünf Jahren, bei erschwerenden Umständen sogar höhere Strafen.
Die Anordnung einer Blutprobe ist bei Verdacht auf Alkoholisierung oder Drogenkonsum rechtlich zulässig. Nach § 81 StGB und den entsprechenden Bestimmungen der Strafprozessordnung darf die Polizei medizinische Proben erheben, um den Einfluss berauschender Mittel nachzuweisen und das Strafmaß zu bestimmen.
Hintergrund und Statistik
Der Veilchenweg ist eine ruhige Anliegerstraße im Stadtteil Görden von Brandenburg an der Havel. Dort befindet sich neben Wohnhäusern ein kleiner Einzelhandelsbereich, zu dem der Penny‑Discounter gehört. In den vergangenen Jahren hat die Polizei Brandenburg vermehrt Fälle von aggressivem Verhalten bei Ladendiebstählen registriert, etwa den Vorfall im Heilbronner‑Straßen‑Markt, bei dem eine ältere Frau einer Beamtin Wasser ins Gesicht spritzte.
Trotz einzelner Vorfälle geht die Gesamtzahl der gemeldeten Ladendiebstähle in Brandenburg seit 2012 zurück. Laut einer dpa‑basierten Berichterstattung der ZEIT sank die Zahl der Fälle von über 10 000 im Jahr 2023 auf etwa 7 800 im Jahr 2022. Der Trend zeigt, dass die meisten Diebstähle zwar nach wie vor vorkommen, jedoch die Zahl der besonders gewalttätigen Zwischenfälle vergleichsweise gering bleibt.
Für den Stadtteil Görden ist das Polizeirevier Brandenburg a. d. Havel zuständig, das sich in der Walter‑Ausländer‑Straße 1 befindet. Das Revier hat den Vorfall bereits öffentlich gemacht und betont, dass bei Verdacht auf Alkohol- oder Drogenkonsum eine Blutprobe zur Klärung der Situation unerlässlich sei.