120 Feuerwehrkräfte bekämpfen Großbrand im Müllheizkraftwerk Magdeburg-Rothensee bis in die Nacht
Ein Großbrand im Müllheizkraftwerk Magdeburg-Rothensee forderte am Montagabend rund 120 Feuerwehrkräfte, die bis tief in die Nacht gegen die Flammen kämpften
Ein Großbrand im Müllbunker des Müllheizkraftwerks (MHKW) Magdeburg-Rothensee hat am Montagabend zu einem umfangreichen Feuerwehreinsatz geführt. Gegen 16 Uhr brach das Feuer im Bunker 2 der Anlage aus und breitete sich aufgrund des extrem trockenen Abfalls rasch aus. Über dem Norden der Stadt war zeitweise eine weithin sichtbare Rauchsäule zu sehen.
Herausfordernde Löscharbeiten und beschädigte Technik
Die Brandbekämpfung stellte die rund 120 Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr sowie zahlreicher freiwilliger Wehren aus Magdeburg vor enorme Schwierigkeiten. Um versteckte Glutnester freizulegen und gezielt ablöschen zu können, mussten die Einsatzkräfte den brennenden Müll immer wieder mit Kränen und Baggern umschichten. Dieser Prozess wurde durch einen technischen Zwischenfall erschwert: Ein der Anlage zur Verfügung stehender Brückenkran wurde bei den intensiven Arbeiten beschädigt. Dennoch gelang es den Kräften, einen massiven Löschangriff sowohl vom Dach als auch von außen zu koordinieren. Zusätzlich kamen die fest installierten Löschmonitore des Kraftwerks zum Einsatz.
Trotz des hohen Personaleinsatzes flammte das Feuer mehrfach erneut auf, was die Einsatzdauer erheblich verlängerte. Erst gegen 3 Uhr in der Nacht konnte die Feuerwehr den Brand offiziell unter Kontrolle bringen. Die Nachlöscharbeiten laufen jedoch weiterhin, da sich im Müllvorrat noch weitere Glutnester befinden. Laut Feuerwehr werden diese Maßnahmen noch längere Zeit in Anspruch nehmen.
Betreiber und historische Einordnung
Das Müllheizkraftwerk Rothensee, das gemeinsam von EEW Energy from Waste und den Städtischen Werken Magdeburg (SWM) betrieben wird, ist eine zentrale Einrichtung zur Abfallverwertung in der Region. Die Anlage, die 2005 in Betrieb genommen und 2024 um zwei weitere Linien erweitert wurde, hat eine jährliche Verwertungskapazität von rund 975.000 Tonnen Restabfall. Der aktuelle Brand im Bunker 2 ist nicht das erste seiner Art an diesem Standort. Bereits im Mai 2025 war es in demselben Bunker zu einem Feuer gekommen, das auf eine Selbstentzündung zurückgeführt wurde. Experten beobachten nun, ob die anhaltende Trockenheit in Sachsen-Anhalt im Jahr 2026 das Risiko für solche Ereignisse in der Region weiter erhöht.
Warnung aufgehoben und Gesundheitsgefahr ausgeschlossen
Aufgrund der starken Rauchentwicklung und der damit einhergehenden Geruchsbelästigung hatte die Feuerwehr am Montagabend eine Warnmeldung über die App NINA herausgegeben. Anwohner im betroffenen Gebiet wurden gebeten, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Nach Aufklärung der Lage und nach dem Erreichen der Kontrolle über das Feuer wurde die Warnung wieder aufgehoben. Laut aktuellen Erkenntnissen der Feuerwehr bestand zu keinem Zeitpunkt eine akute Gefahr für die Gesundheit der Bevölkerung.