106 Medizinische Fachangestellte erhalten feierliche Freisprechung in Magdeburg

106 Medizinische Fachangestellte erhalten im Haus der Heilberufe in Magdeburg ihre Abschlusszeugnisse und starten unmittelbar in Arztpraxen des Landes

Symbolfoto · Foto: Mohamed Benziane / Unsplash

Im Haus der Heilberufe in Magdeburg hat die Ärztekammer Sachsen‑Anhalt am 3. Juli 2026 insgesamt 106 Medizinische Fachangestellte (MFA) feierlich freigesprochen. Die Abschlussfeier wurde von 78 Absolventinnen und Absolventen gemeinsam mit ihren Familien und Freunden besucht. Nach der feierlichen Übergabe von Zeugnissen und Kammerbriefen starten die neuen Fachkräfte nun in ihre berufliche Zukunft.

Veranstaltungsort

Das Haus der Heilberufe dient als zentrale Bildungs‑ und Tagungsstätte für Gesundheitsberufe in der Landeshauptstadt. Es befindet sich im Doctor‑Eisenbart‑Ring 2, 39120 Magdeburg, und wird regelmäßig für Abschlussfeiern, Fortbildungen und Fachkongresse genutzt. Die moderne Einrichtung bietet neben Vortragsräumen auch Praxisräume, in denen die Ausbildung von MFA‑Kandidaten teilweise stattfindet.

Ausbildung und Prüfungsordnung

Die Ausbildung zur Medizinischen Fachangestellten ist dual und erstreckt sich über drei Jahre. Sie kombiniert betriebliche Praxisphasen in Arztpraxen mit theoretischem Unterricht an Berufsschulen. Die Prüfungsordnung, die von der Ärztekammer Sachsen‑Anhalt erlassen wird, umfasst sowohl schriftliche Multiple‑Choice‑Teile als auch praktische Prüfungsabschnitte, in denen die angehenden MFA ihr Können im Umgang mit Patientinnen und Patienten demonstrieren müssen. Die Kammer überwacht die Ausbildung gemeinsam mit den Ausbildungsbetrieben und den Berufsschulen und stellt sicher, dass die Vorgaben des Berufsbildungsgesetzes eingehalten werden.

Bestehensquote im Vergleich

Von den 135 Prüflingen – 126 Frauen und neun Männer – haben 106 die Abschlussprüfung bestanden, was einer Bestehensquote von 79 % entspricht. In Baden‑Württemberg lag die Quote im Jahr 2024 bei rund 95 %, deutlich über dem Ergebnis in Magdeburg. Die unterschiedliche Erfolgsrate kann unter anderem auf regionale Unterschiede in der Ausbildungsqualität, die Größe der Ausbildungsbetriebe und die Intensität der praktischen Vorbereitung zurückgeführt werden.

Beteiligte

Thomas Dörrer, Vizepräsident der Ärztekammer Sachsen‑Anhalt und niedergelassener Hausarzt aus Teutschenthal, sprach bei der Veranstaltung:

„Warum heißt es Freisprechen? Nun, Sie üben nun ein Handwerk aus – im besten Sinne des Wortes. Und das ist wichtig, richtig und gut so: Denn wir Ärztinnen und Ärzte brauchen Ihre Hände, aber auch Ihr gutes Auge, Ihr offenes Ohr und manchmal auch Ihre Nase – also alle Sinne.“

Er betonte zudem die Bedeutung der MFA für die Patientenversorgung: „Wir brauchen Ihr Gespür für Menschen als Hilfe bei der Patientenführung. Nur zusammen – Ärzteschaft und MFA – können wir unsere Menschen gut behandeln.“

Von den 106 Neuabsolventen übernehmen 92 sofort ihre Ausbildungs­praxen. Die übrigen befinden sich in Bewerbungs‑ oder Vertragsgesprächen, während drei Absolventinnen zunächst wegen Schwangerschaft in Mutterschutz bzw. Elternzeit gehen.

Die Ärztekammer Sachsen‑Anhalt, gegründet im Januar 1990, ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts und vertritt über 14 000 Ärztinnen und Ärzte im Land. 2006 war sie Gastgeber des 109. Deutschen Ärztetages, ein Hinweis auf ihre langjährige Bedeutung im deutschen Gesundheitswesen.

Die Kammer gratuliert allen Absolventinnen und Absolventen zum erfolgreichen Abschluss und wünscht ihnen einen guten Start ins Berufsleben.