Universitätsklinikum Brandenburg feiert 125‑jähriges Bestehen seit Eröffnung 1901
Das Universitätsklinikum Brandenburg an der Havel feierte am 30. Juni sein 125‑jähriges Bestehen seit der Eröffnung im Juli 1901
Das Universitätsklinikum Brandenburg an der Havel feierte am 30. Juni 2026 sein 125‑jähriges Bestehen. Die eigentliche Eröffnung des historischen Gebäudes fand bereits am 1. Juli 1901 statt, nachdem am 29. Juni desselben Jahres der Baumeister Julius Boethke im Beisein aller Stadtverordneter und Ehrengäste den Schlüssel an den Oberbürgermeister Rudolf Hammer überreichte.
Feierliche Eröffnung vor 125 Jahren
Rudolf Hammer, der von 1897 bis 1905 das Amt des Oberbürgermeisters bekleidete, hielt eine feierliche Rede, in der er betonte, dass die Stadt zunächst die zentrale Kanalisation und die Wasserversorgung in Angriff genommen habe, bevor das neue Krankenhaus gebaut werden konnte. Unter seiner Leitung wurde 1898 die zentrale Kanalisation eingeführt und 1901 das städtische Elektrizitätswerk in Betrieb genommen – beides grundlegende Infrastrukturprojekte, die den Bau des Krankenhauses erst ermöglichten.
Die Kosten für die Innenausstattung stiegen von 23 000 auf 95 000 Mark, ein Betrag, der zu jener Zeit als enorm galt. Trotz der hohen Ausgaben ließ sich die Stadt nach der feierlichen Übergabe ein ausgiebiges Frühstück im nahegelegenen Restaurant „Ahlerts Berg“ gönnen. Die Feierlichkeiten dauerten laut damaligen Berichten länger als der offizielle Rundgang durch das Gebäude.
Architektur und Ausstattung des Neubaus
Das Krankenhausgebäude wurde vom Berliner Baurat Heino Schmieden entworfen; ab 1901 arbeitete er gemeinsam mit Julius Boethke an der Umsetzung. Das Ergebnis ist ein H‑förmiger Komplex im Stil der norddeutschen Neo‑Renaissance, der sich am Südhang des Marienbergs erstreckt und eine Grundstücksfläche von 21 300 Quadratmetern umfasst. Bei seiner Fertigstellung verfügte das Haus über 152 Betten, verteilt auf mehrere Saale mit jeweils 13 Betten, sowie über fünf Pensionäre.
Zur Ausstattung gehörten neben den Krankensälen und dem Operationstrakt auch Arztwohnungen, Personalunterkünfte und das Büro des Inspektors. Jede Station verfügte über ein Bad, eine Anrichteküche, ein Dienstzimmer mit Telefonanschluss und einen Aufenthaltsraum für die Patienten. Das Essen wurde aus der im Erdgeschoss gelegenen Küche per Aufzug auf die einzelnen Etagen transportiert, während die Beheizung durch drei im Keller installierte Dampfkessel erfolgte. Ein Fahrstuhl für Personen war zu dieser Zeit jedoch noch nicht vorgesehen.
Ergänzt wurde der Hauptkomplex durch ein Isolierhaus für ansteckende Krankheiten, eine Waschküche sowie ein Leichenhaus mit Obduktionsraum und einer eigenen Beerdigungskapelle. Bis Ende 1901 wurde das Haus noch ausschließlich mit Petroleumleuchten beleuchtet; danach konnte die Stadt dank des neu fertiggestellten Elektrizitätswerks auf elektrische Beleuchtung umstellen.
Kulturelles Umfeld und Stadtentwicklung
Gegenüber dem Klinikum lag das beliebte Ausflugs- und Sommertheater „Ahlerts Berg“. Das 1861 eröffnete Vergnügungsziel zog bis 1911 rund 2,8 Millionen Besucher an und bot den Stadtbewohnern neben kulturellen Darbietungen auch gastronomische Angebote – ein Umfeld, das die feierliche Atmosphäre der Krankenhauseröffnung zusätzlich prägte.
Die Errichtung des Krankenhauses war eng verknüpft mit den städtischen Modernisierungsbestrebungen. Unter Oberbürgermeister Hammer wurden nicht nur die Kanalisation und das Elektrizitätswerk realisiert, sondern auch die zentrale Wasserversorgung ausgebaut – Maßnahmen, die das Gesundheitswesen nachhaltig stärkten.
Entwicklung bis heute
Seit seiner Gründung hat das Universitätsklinikum Brandenburg an der Havel mehrere Erweiterungsphasen durchlaufen. Während es 1901 rund 150 Betten bereitstellte, umfasst das Haus heute 492 Planbetten. Diese kontinuierliche Erweiterung spiegelt die wachsende Bedeutung des Klinikums für die Region und die fortlaufende Modernisierung der medizinischen Versorgung wider.